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Beim 77. Sertig-Schwinget kam es am Sonntag zur Wiederholung des Schlussganges vom Vorjahr. Und wieder fand Edi Philipp (Untervaz) im Seewiser Stefan Fausch seinen Bezwinger. 47 Athleten aus den Kantonen Appenzell, St. Gallen, Thurgau, Schwyz, Uri und Graubünden waren am Start. Mit rund 2000 Zuschauerinnen und Zuschauern war das Fest auch publikumsmässig ein Erfolg.
Barbara Gassler
pd | Was das Wetter betrifft: Es hätte schlimmer kommen können! Zwar regnete es vor Festbeginn in Strömen. Doch OK-Präsident Joos Biäsch zeigte sich unbeeindruckt: «Es hört sicher bald wieder auf. Ausserdem wäre eine Verschiebung des Schwingets fast nicht möglich. Zum einen ist der Terminkalender der Athleten dicht gedrängt. Und unsere vielen Helfer noch für ein zweites Wochenende zu mobilisieren, wäre ebenfalls schwierig.»
Biäschs Optimismus sollte sich bewahrheiten, denn bald danach riss der Himmel auf, und das Wetter zeigte sich für Stunden von der schönsten Seite. Zwar fielen immer wieder kurze Regenschauer, aber die hörten stets schnell wieder auf. Einer der vielen gut gelaunten (und gut ausgerüsteten) Zuschauer meinte zum Berichterstatter: «Ich komme mir fast vor wie im Militär beim ‹Tenü-Fez›: Regenmantel an, Regenmantel aus…»
Wenig Publikum beim Schlussgang
Im Laufe des Nachmittags ging dann doch noch ein Gewitter über dem Sertig nieder, doch als die Kontrahenten zum Schlussgang aufgerufen wurden, war der Spuk fast schon wieder vorbei. Allerdings harrten zu diesem Zeitpunkt nur noch die ganz hartgesottenen Zuschauer unter ihren Schirmen oder Militärpelerinen aus.
Fausch mit Abstrichen zufrieden
Der Schlussgang zwischen Stefan Fausch und Edi Philipp drohte fast schon zum Gestellten zu werden, als Fausch in der neunten Minute seinen Gegner doch noch auf den Rücken zwingen konnte. Nach seinem Sieg strahlte der Seewiser vor Freude. Immerhin hatte er den Sertig-Schwinget soeben zum 6. Mal gewonnen. Zählt man das als Bündner-Glarner ausgetragene Fest vom Jahr 2007 dazu, waren es sogar sieben Mal. Das hat vor ihm noch keiner geschafft und wird ihm so schnell auch niemand nachmachen.
Er habe stark von seiner Routine profitieren können, kommentierte Fausch seine Leistung im Schlussgang. «Und geholfen hat mir auch, dass ich Edi Philipp sehr gut kenne. So konnte ich seinen Angriff kontern.» Er sei nicht so spritzig gewesen wie gewohnt. «Und ich habe feststellen müssen, dass ich nicht in jener Form bin, in der ich gerne wäre. Darum musste ich eher auf Abwarten schwingen. Aber schlussendlich zählt ja der Sieg und nicht, wie es dazu gekommen ist. In zwei Wochen findet der Schwägalp-Schwinget statt. Bis dahin werde ich noch hart arbeiten müssen, sonst habe ich dort keine Chance.»
Gute sportliche Leistungen
Es war ein sehr schönes Fest mit guten sportlichen Leistungen, darin waren sich alle Befragten einig. Bei Durchsicht der Rangliste fällt auf, dass im 2. Rang Mike Peng aus Malix klassiert ist. Er hatte im fünften Gang etwas überraschend gegen den Innerschweizer «Eidgenossen» Edi Kündig gewonnen. Kündig seinerseits fiel dadurch auf den für ihn eher ungewohnten 8. Rang zurück. Der drittklassierte Andy Imhof (Bürglen) war schlecht gestartet und hatte danach mit vier Maximalnoten mächtig aufgedreht. Sehr positiv aufgefallen sind die jungen Athleten Christian Aebli (Seewis, Rang 5a), Sandro Sprecher (Bonaduz, 6a) und Ricardo Bergamin (Zizers, Rang 7), die sich als Nichtkranzschwinger inmitten der etablierten Kranzschwinger einreihen konnten.
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