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Coni Allemann
Die erste Gemeinderatssitzung des laufenden Jahres bot aber konkreten Zündstoff mit der Vorstellung der Machbarkeitsstudie Schulraumstandorte.
Die Gegner des Schulprojektes auf «Christlis» mögen frohlocken, aber so einfach ist es wiederum auch nicht: So ist ein Standort der Schule beispielsweise auf dem heutigen Areal der Oberstufe möglich. Allerdings sind die Platzverhältnisse da eng, dass keinesfalls von einer bestmöglichen Lösung gesprochen werden kann. Die Behauptung von Radio Grischa, damit sei die Initiative «Christlis bleibt grün» vom Tisch, stiess den Initianten, sauer auf. «Bis im Oktober müsste darüber abgestimmt werden», forderte Verena Haensli gegenüber der «Klosterser Zeitung».
Vorgestellt wurde diese Machbarkeitsstudie vom diplomierten Architekten Ernst Strebel des ausführenden Büros Meletta Strebel Architekten, Zürich/Luzern. Er riet den Anwesenden dringend davon ab, die Diskussion über den Standort auf die Kostenfrage abzuwälzen.
Strebel erklärte weiter, was er vorzeige, sei kein Projekt, sondern rein konzeptionell. Ausserdem beinhalte die Studie nur eine ganz grobe Kostenschätzung nach der Methode einer Elementkostengliederung. Berücksichtigt worden sei die Zustandsbeurteilung der heutigen Bausubstanz. Für eine Lösung der Schulraumfrage muss bei allen Varianten mit über 20 Millionen Franken gerechnet werden. Dies seien rein strukturelle Bauten. Darin nicht eingeschlossen sind aber Landerwerbs- und -verwertungskosten, Mobiliar, Turnhalleneinrichtungen oder zu erstellende provisorische Bauten.
Verschiedene Varianten auf den drei Standorten «Nord» (wo heute die Oberstufe unterrichtet wird), «Süd» (Primarschule Platz) und «Christlis» wurden vorgestellt. Wobei die Variante «Switch» einen Standortwechsel der Primarschule Platz und der Oberstufe vorsieht. Dabei würden die Schulräume auf das Schulhaus und das nördlich ans Rathaus grenzende «Schlegel»-Haus verteilt, wobei die Ausbaureserven knapp seien. «Betrieblich wie ökonomisch mit Nachteilen behaftet, hier ist nur ein Gesamtneubau einigermassen sinnvoll», erklärte Strebel.
Dazu werde hier seiner Meinung nach viel Geld investiert «für eine Schule, die nicht optimal funktioniert.»
Die Variante Nord sei «eng, aber es geht», erläuterte Ernst Strebel. weiter. Das sei eine Komfortfrage, innerhalb der Schule sei sie hier ebenso gut wie an einem anderen Ort.
Optimal hingegen der Standort Christlis, weil hier Synergien genutzt werden könnenund man keine Provisorien erstellen müsse.
Eine Schule für Morgen
«Wir wollen keine Schule von gestern, nicht mal von heute, sondern eine für die nächsten Jahrzehnte», erklärte Gemeindevorstand Maria Meyer-Grass. «Ich bin überzeugt, dass unsere Gemeinde über eine gute Schule mit engagierten Lehrkräften verfügt, wir sollten diesen zeitgemässe Infrastrukturen zur Verfügung stellen, damit auch gute Lehrkräfte gefunden werden können. Wir brauchen Familien und Einheimische, die hier wohnen und arbeiten. Eine gute Schule ist eine gute Grundlage dafür, denn eine zeitgemässe Schule bedeutet, dass Klosters ein attraktiver Wohnort für Familien ist.
Peter Aebli zeigte sich enttäuscht, dass die Studie nicht der Vorberatungskommission zuerst vorgelegt wurde. Für Georg Valär sagte, ihm sei nun
klar, dass man den Schulraum auch an den alten Standorten realisieren könne. Die Arbeit daran müsse nun zügig vorangetrieben werden.
Stephan Kasper brachte die Ergebnisse der Studie auf den Punkt: «Die Frage ist, will man einen grosszügigen Bau in ebener Fläche oder ein knapper in der Dorfmitte? Für mich ist klar, dass am jetzigen Standort die Ansprüche einer 'guten Schule' ebenso erfüllt werden können.
Maria Meyer-Grass wandte ein, dass so neue Schulformen nicht einbezogen wären.
Daniel Wegmüller stellte die Frage, ob bei einem Neubau der Turnhalle auf dem Oberstufenareal gegebenfalls auch eine Dreifachhalle möglich sei
«Vorbehältlich anderer Rahmenbedingungen, meinte ich, mit jetzigem Wissenstand, es sollte möglich sein», antwortetet Ernst Strebel, «wenn allerdings noch eine Bühne oder Anderes dazu kommen soll, dann wird es knapp.»
Maria Meyer-Grass stellte fest, dass der schulische Aspekt bei dieser Studie noch nicht im Vordergrund stehe: «Allererste Priorität für ein künftiges Schulraumprojekt muss es aber sein, geeignete Schulräume zu gestalten, die den zukünftigen pädagogischen Anforderungen gerecht werden, den Bedürfnissen Jugendlicher entgegenkommen, deren Entwicklung anregen und neue Lernformen ermöglichen.» Dieses Geschäft wird nun durch die gemeinderätliche Vorberatungskommission ‚Initiative Christlis bleibt grün’ zuhanden des Gemeinderates weiter bearbeitet.
Spannende Eröffnungsrede
Der neue Gemeinderatspräsident, Albert Gabriel, hielt in seiner Ansprache Rückschau auf das vergangene Jahr und stellte dabei die Naturkatastrophe in Japan mit mehreren Tausend Toten der eigentlichen Atomkatastrophe entgegen, bei der vier Tote zu beklagen waren. Man habe in unserem Lande - in Bezug auf Fukushima - überreagiert. Auch der Fall Hildebrand war Thema, ein Ereignis, das von den Medien unnötig aufgeblasen wurde. Das Wahljahr, bringe grosse Wechsel in Rat und Vorstand, hier gehe viel Know-how verloren. Vielleicht der Frustration wegen, dass gesetzte Ziele nicht erreicht wurden?
Gabriel forderte alle, die immer sagen, es passiere nichts auf: «Lasst euch aufstellen, lasst euch wählen! Weg mit Kleinkrämerei und persönlichen Angriffen - zusammen an das Grosse denken: Klosters vorwärts bringen! Lasst uns zusammen arbeiten, damit die Klosterser Bevölkerung merkt, dass wir Freude an der Politik haben.»
Dank Interpellation Gruobawaldweg
Mit einer Interpellation vom 24. Juni 2009 erreichte Gemeinderat Beat Bernet, dass es mit der seit Jahrzehnten stockenden Beforstung des Gruobawaldes endlich vorwärts geht. Der Gemeinderat hiess den Bau eine Waldweges gut.
Gemäss Kostenvoranschlag wird dieser auf rund eine halbe Million Franken zu stehen kommen, wobei der Kanton den Grossteil der Kosten übernimmt, sodass für die Gemeinde noch 175000 Franken zu zahlen sind. Stephan Kasper bemerkte, dass dieses Projekt aufs Optimale begrenzt sei. Der Rat sah dies auch so und hiess die Vorlage einstimmig gut.
Im Traktandum 5, Orientierungen und Aussprache, erkundigte sich Gemeinderat Andrea Guler-Däscher, ob es eine Nutzwertanalyse gebe, die den Wert des Snow-Polo-Turniers für Klosters beziffern könne. «Das würde vielen die Augen öffnen, wie wichtig ein so grosser Event ist.»
Gemeindepräsident Markus Haltiner erklärte, dass der Einsatz der Kommunikation mit Werbung in Zürich, London, München, hat sicher mehr bewirkt habe als das Einbinden Regionaler. Der Öffentlichkeit solle dargestellt werden, dass der Hauptkostenträger der Veranstalter sei.
Walter Florin ärgerte sich, dass es mancherorts heisse, die Gemeinde habe eine Defizitgarantie gesprochen, was nicht der Wahrheit entspreche. Das Geld von Klosters, so Haltiner, komme aus dem Veranstaltungsfonds, es habe lediglich Vorinvestitionen durch die Gemeinde gegeben, wie etwa das Erstellen einer Trafostation.
Dazu konnten auch die Differenzen zwischen dem ehemaligen Tourismusdirektor Waechter und Klosters Tourismus beigelegt werden: «Man kann einander wieder gerade in die Augen schauen», sagte Haltiner.