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Sind zwei Freizeitparks im Prättigau zu viel des Guten?

25.02.2010 Archiv Klosterser Zeitung

An der Gemeinderatssitzung vom Februar wurde auch die Frage gestellt, ob der geplante Freizeitpark des Regionalverbandes Pro Prättigau auf Danusa nicht das Kinderland auf der Saaser Alp unnötig konkurrenziere. Dazu wurden noch andere «heisse Eisen» angesprochen.

 

Coni Allemann

 

An der ersten Gemeinderatssitzung des Jahres werden jeweils die Orientierungen der ständigen Gemeindevertreter in öffentlichen und privatrechtlichen Gemeindeverbindungen und juristischen Personen durch den Gemeinderat zur Kenntnis genommen. Da bis zur Sitzung noch nicht alle Berichte vorlagen, wird eine zweite Tranche in der kommenden Sitzung behandelt. Peter Aebli, Gemeindevertreter in der Flury-Stiftung, konnte unter anderem vermelden, dass das budgetierte Defizit zulasten der Gemeinden rund 1,8 Mio. Franken beträgt. Die Erweiterung des Altersheimes Schiers mit Neubau Küche und Zwischentrakt ist auf Ende März vorgesehen. Der Berichtverfasser der Gevag, Andrea Guler, konnte vermelden, dass die Kosten für die Verfahrenslinie I um 11 Mio. günstiger als budgetiert abgeschlossen werden konnte. Diese doch eklatante Differenz liess die Vermutung aufkommen, man habe die «Finanzen nicht mehr so im Griff».

 

Überrissene finanzielle Kompetenzen

 

Dem Bericht von Marco Marugg über das abgelaufene Jahr des Regionalverbandes Pro Prättigau war zu entnehmen, dass sich dessen Delegierte für einen Freizeitpark auf Grüsch-Danusa ausgesprochen hatten. «Mit welcher Begründung wird Madrisa aus dem eigenen Tal kokurrenziert?», fragte Marugg dazu. Auch Gemeinderat Stephan Kasper wehrte sich: «Als Mitglied der GPK habe ich gesehen, wie schnell Gemeinwesen in finanzielle Nöte kommen können. Die Tendenz ist dramatisch. So sehr wir auch die Fusion mit Saas begrüssen, muss man doch jetzt die Finanzen überwachen. Bei einer Gemeindefusion geht auch die Einflussnahme zurück.» Dies, so Kasper weiter, betreffe auch den finanziellen Spielraum der «Pro-Prättigau»-Delegierten, die an einem Abend kuzerhand über mehrere Mio. Franken entscheiden können. So zahle die Gemeinde Klosters an den eigenen Freizeitpark wie auch an einen konkurrenzierenden. «Es geht für mich so nicht mehr auf!», meinte Stephan Kasper weiter. Gemeindepräsident Markus Haltiner, der ebenfalls Delegierter der «Pro Prättigau» ist, hatte dies bereits an der letzten Delegiertenversammlung kritisiert. Begründung sei gewesen, dass nicht nur der Berg, sondern auch das Tal die Grundbedingungen schaffen würden. Ein Einzelprojekt sollte auch vornehmlich durch die Gesuchsteller finanziert werden, die Angelegenheit würde aber noch weiter besprochen, so Haltiner.

 

«Bsatzig» als Volksfest – das war einmal

 

Etwas rätselhaft war die Aktivität bzw. Inaktivität der Beschwerdekommission für den Info-Kanal. Gemeindevertreter Beat Bernet würde einen Antrag auf Auflösung derselben stellen, da weder Einladungen noch anderweitige Aktivitäten zu verzeichnen gewesen seien, aber da wisse niemand etwas. «Das sei schon vorher so gewesen», erklärte sein Vorgänger von der Besuchertribüne her. Albert Gabriel, zusammen mit Markus Haltiner Delegierter im Kreisrat, konnte nur bestätigen, was schon alle wissen: Die «Bsatzig» wird eine reine Urnen- und Briefabstimmung; da der gesamte Jusitzbereich auf Kreisebene ab 1. Januar kommenden Jahres entfällt, ist auch der Posten des «Landammanns» kein begehrenswerter und prestigeträchtiger mehr. Die «Bsatzig» als Volksfest gehört damit leider auch der Vergangenheit an. Ursina Barblan vermeldete im Jahresbericht der IG Fliana, dass aufgrund der ausgewechselten Fenster die Heizölkosten künftig niedriger ausfallen dürften. Hampi Hobi, Gemeindedelegierter im Verwaltungsrat der Klosters- Madrisa Bergbahnen AG, konnte vermelden, dass seit der Eröffnung des Kinderlandes die Sommer-Frequenzen um 20 Prozent gesteigert werden konnten. Im Bergrestaurant wurde ein Umsatzplus von rund einem Viertel erreicht.

 

 

 

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