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Beat Angerer ist neuer Präsident des Bündner Patentjägerverbandes. Mit ihm ziehen aus Davoser Sicht Martin Carigiet und Hanspeter Ambühl in den engeren Zentralvorstand ein. Dies beschloss die Delegiertenversammlung vom Samstag in Trimmis.
Hans Zimmermann
Zum dritten Mal nach 1935 und 1978 wurde Davos nun zum Vorort der Bündner Jäger gewählt. Vorerst für drei Jahre. Es ist aber möglich und üblich, dass eine gewählte Sektion den Verband während zwei Amtsperioden präsidiert. Selbstverständlich war von unseren Jägern «tout Davos» an der Delegiertenversammlung in Trimmis: Nationalrat Tarcisi Caviezel verfolgte ebenso interessiert, wie die 212 stimmberechtigten Delegierten auch Jürg Caprez in den erweiterten Vorstand wählten. Dem engeren Vorstand gehören ausser den genannten Davosern noch an: Jörg Guler (Klosters) und Enrico Cola (Lenzerheide).
Anstehende Aufgaben
Beat Angerer weiss natürlich, welche Aufgaben ihn und seine Vorstandskollegen aus der Jägersektion Davos als erste erwarten: Es ist dies vorab die heikle Gründung des Dachverbandes «Jagd Schweiz», in den alle bisher bestehenden Teilverbände eingehen sollen und der gemeinsame Interessen nachhaltiger vertreten soll. «Keine Bange», sagt Beat Angerer, «wir werden uns von den Revierjägern nicht über den Tisch ziehen lassen, denn wenn alles so kommt, wie wir aufzugleisen im Sinn haben, werden von den neun Mitgliedern dieser obersten Jägervertretung nicht weniger als drei aus Graubünden stammen.» Das scheint sinnvoll, ist doch der Bündner Verband bei Weitem der mitgliederstärkste. Und wenn es dann mal hart auf hart gehe, so Angerer, könne man sich immer noch auf befreundete Patentjägerverbände aus dem Wallis, aus Bern und aus der Innerschweiz verlassen.
Guter Wildbestand
Jagdinspektor Georg Brosi stellte fest, dass der Wildbestand im Kanton derzeit recht gut sei, dass sich auch diverse Massnahmen des Jagdinspektorats im letzten Herbst ausgezahlt hätten (Verzicht auf die Sonderjagd nach dem frühen Winterbeginn). Der Hirschbestand stehe im Kanton nach den neuesten Zählungen wieder bei 11500. Beim Reh habe die letzte Jagdstrecke sehr viele schöne Böcke ergeben. Der lange und strenge Winter habe allerdings viel Fallwild – vor allem bei Geissen und Jungtieren – gefordert. Der Steinbockbestand sei mit gegen 6000 Tieren im Kanton wieder erfreulich. Die Gämsen litten in gewissen Regionen immer noch an der Blindheit.
Das Thema «Grossraubtiere»
Natürlich waren auch Grossraubtiere wie Bär, Wolf und Luchs ein Thema in Trimmis. Angerer bekannte sich hier ganz klar zur Biodiversität: Diese Tiere hätten ein Anrecht darauf, in unserer Natur heimisch zu sein: Dann nämlich, wenn sie nicht grössere Schäden verursachten. Ähnliches sagte auch Regierungspräsident Stefan Engler, wenn auch akzentuiert und mit Seitenhieb: «Bären sind nicht die Kuscheltierchen, als die sie mancher Einwohner in unseren Städten aus den Medien kennt. Sie sind auch nicht das, als was sie gewisse Journalisten erscheinen lassen möchten. Sie gehören zur Gattung der Raubtiere.» Dass diese Fragestellungen auch in Davos zum Thema werden müssen, ist klar: Der Bär muss auf seiner Wanderung ins Mittelbündner Gebiet zwingend auch Davoser Boden passiert haben, und was den Luchs betrifft, so gibt es glaubwürdige Aussagen, dass man ihn sowohl im Dischma wie auch im Sertig schon gesehen habe. Fest steht: Die Jagdverantwortlichen werden gelassen bleiben: Von ihnen wird keine Panikmache ausgehen.