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An der Sitzung vom vergangenen Donnerstag stellte der Kleine Landrat (KL) sein neues Verkehrs- und Parkierungskonzept mit einer Wiederauflage des schon einmal verworfenen «Parkhauses Mitte» sowie eine Absichtserklärung zum Bau eines neuen Wohnhauses auf dem Metz-Parkplatz mit günstigem Wohnraum vor.
Barbara Gassler
Vor sieben Jahren sei das Projekt «Parkhaus Mitte» knapp an der Volksabstimmung gescheitert, erinnerte Landammann Hans Peter Michel zur Einleitung. Nun würden private Investoren am gleichen Standort mit einem noch grösseren Projekt aufwarten. Dazu müsste das Areal unterhalb und neben dem Ernst Ludwig Kirchner Museum zuerst einmal von der Zone für öffentliche Bauten zur Zentrumszone umgezont werden. Das da vorgesehene Parkhaus mit 490 geplanten Parkplätzen und einem Ladengeschoss soll grösstenteils unterirdisch zu stehen kommen und von der Promenade her nur durch die Treppen- und Liftaufbauten erkenntlich sein. Damit würde Davos ein rein privat finanziertes und bewirtschaftetes Parkhaus mitten im Ort erhalten.
Neues Wohnhaus
Mit dem aus dem Verkauf des Grundstückes zu erwartenden Erlös von rund 5 Millionen Franken würde die Gemeinde ihrerseits auf der als Parkplatz Metz bekannten Parzelle an der Talstrasse ein Wohnhaus mit 12 Erstwohnungen für die einheimische Bevölkerung bauen. Diese Aussicht rief natürlich sofort den Referendumsführer gegen den Verkauf des Bündahofes, Rolf Marugg, auf den Plan, der die enge zeitliche Verknüpfung zwischen der Abstimmung über das Referendum und der Präsentation des Neubaus gar nicht goutierte. Seine Sorge war nicht unbegründet, denn in der Folge wurde in der von Gemeindearchitektin Cornelia Deragisch vorgenommenen Vorstellung der Gemeindepläne der direkte Vergleich zwischen einem Neubau und der Sanierung des Bündahofs vorgenommen. So würde, nach einer an der Talstrasse ebenfalls notwendigen Umzonung von «Touristische Infrastruktur» zu «Wohnzone», ein Miethaus mit acht 4 1⁄2- und vier 2 1⁄2-Zimmer-Wohnungen entstehen. Dies zu relativ günstigen Kosten von 4,85 Millionen Franken, da die Gemeinde bereits Grundstückseigentümerin ist und auch als Bauherrin auftreten würde. Dabei wurden Erstellungskosten von durchschnittlich 400000 Franken pro Wohneinheit errechnet.
Bündahof
Dem gegenübergestellt wurde der Bündahof, wo die Sanierungskosten für die drei darin möglichen Wohnungen, basierend auf Berechnungen aus dem Jahre 2005 des Davoser Architekten Martin Stöhr, auf 2,2 Millionen Franken veranschlagt wurden. Damit würden die Erstellungskosten auf rund 730000 Franken pro Wohnung kommen. Aus dem Rat kam die Frage, weshalb man den Bündahof mit seiner noch nicht einmal ein Treppenhaus aufweisenden Infrastruktur nicht einfach abreisse. Da es sich um ein als erhaltenswert eingestuftes Gebäude handle, verliere die Gemeinde Privaten gegenüber jede Handhabe, wertvolle Bausubstanz zu bewahren, wenn sie es bei den eigenen Liegenschaften nicht einhalten könne, antwortete darauf Landammann Michel.
Im günstigsten Fall würde der Fahrplan so aussehen, dass für die beiden Teilparzellen des Park- und des Wohnhauses innerhalb der nächsten drei Monate die Umzonung eingeleitet würde. Dem Grossen Landrat könnte die Vorlage bis zum Spätherbst nächsten Jahres vorgelegt werden und die Volksabstimmung im Dezember 2010 oder Februar 2011 stattfinden. Ein erster Richtungstest zu diesem Vorschlag wird die Abstimmung zum Bündahof im September sein.
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