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«Das war einseitig»

26.01.2012 Archiv Davoser Zeitung

«Das war einseitig»

Ein Bericht in der Sendung «Schweiz aktuell», der am Dienstagabend im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurde, erhitzt die Gemüter der Davos Destinations-Organisation (DDO).

Aufgrund der Darstellung könnte man nämlich meinen, im Landwassertal herrsche während des World Economic Forum (WEF) die grosse Wohnungs-Abzocke.

 

Pascal Spalinger

 

Markus Unterfinger, Medienverantwortlicher der DDO, ist nach Erscheinen des beschriebenen Berichtes verärgert. In Davos Klosters werden seit Jahren alle Hotelzimmer während des WEF zu normalen Hochsaisonpreisen vermietet, und die Preise der offiziellen Mietwohnungen unterliegen strengen Kontrollen. Der verantwortliche Redaktor von «Schweiz aktuell» habe in Kenntnis dieser Fakten nur extreme Beispiele ausgewählt und dabei die eigene Recherche und verschiedene Abmachungen ignoriert.

 

14 Offerten

Das Fernsehen hat vor Weihnachten einen Strohmann aus England eingesetzt, dem über das Reservationssystem der Destination insgesamt 14 Offerten vorgelegt wurden: 12 Offerten lagen zwischen 840 und 1610 Franken für eine Woche. Dazu eine Wohnung für 3500 Franken und eine für 9800 Franken Wochenmiete. Im Bericht war dann jedoch nur vom teuersten Objekt kurz die Rede. Dabei handelt es sich aber um ein absolutes Luxusobjekt, das in der «normalen» Hochsaison nicht viel günstiger ist. Mit dem Redaktor war abgemacht, dass er das vollständige Ergebnis der Recherche offenlegen muss und die Destination nicht nur zur teuersten Offerte Stellung bezieht. Diese Abmachung wurde kurz vor Ausstrahlung der Sendung schriftlich festgehalten (der E-Mail-Verkehr liegt der DZ-Redaktion vor). Herausgekommen ist dann allerdings ein Bericht, der sich ausschliesslich auf die teuren und überteuerten Preise bezog. Unter anderem war von einem Chalet die Rede, das für 75 000 Franken die Woche angeboten wurde. Dieses Chalet wird jedoch von privater Seite vermittelt und diese ist weder Mitglied der DDO, noch wurden dafür je in Davos oder Klosters Kurtaxen und Tourismusförderungsabgaben bezahlt.

 

Mehr Service = höherer Preis

Sowohl Markus Unterfinger als auch Reto Branschi, CEO der DDO, stören sich daran, dass durch die einseitige Berichterstattung das alte Cliché, in Davos herrsche zu Zeiten des WEF die grosse Wohnungsabzocke, wieder auflebe. Richtig sei vielmehr, dass man lediglich vier Wochen vor der Grossveranstaltung noch zahlreiche günstige Mietobjekte finden könne – wie die Recherche ja gezeigt habe. Die Tatsache, dass die Mieten teilweise teurer sind als sonst, sei darauf zurückzuführen, dass WEF-Teilnehmer höhere Ansprüche an eine Wohnung hätten als normale Gäste. Beispielsweise werde eine tägliche Reinigung und ein umfangreicher Hausdienst verlangt. Dies erfordere zusätzliche Anstrengungen seitens der Vermieterschaft. Wenn Private ihre Wohnungen aber zu überteuerten Preisen anbieten, verurteile dies die DDO, hält Unterfinger fest. Diesen schwarzen Schafen werde man auch in Zukunft nicht das Handwerk legen können, da sie vertraglich nicht an die DDO gebunden seien. Vertragspartner werden dagegen bei überteuerten Preisen umgehend aus dem Reservationssystem der DDO ausgeschlossen.


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