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Zusammenarbeit statt Alleingang

23.07.2010 Archiv Klosterser Zeitung

Zusammenarbeit statt Alleingang

Eine Medienmitteilung aus Davos hat den Schreibenden aufgeschreckt. Davos will auch, berechtigterweise, zu den Geldern der Neuen Regionalpolitik gelangen. Im Prättigau muss man sich da fragen, ob es noch richtig ist, getrennt zu marschieren.


Johannes Haltiner
 

Die Medienmitteilung der Wissensstand Davos vom 22. Juli lautet: «Im Rahmen der Neuen Regionalpolitik hat die Region und Gemeinde Davos erstmals eine Leistungsvereinbarung mit dem Amt für Wirtschaft und Tourismus Graubünden zur Standortförderung abgeschlossen. Die Neue Regionalpolitik (NRP) ist ein Instrument des Bundes zur regionalen Wirtschaftsförderung und stützt sich auf das Bundesgesetz über Regionalpolitik vom 6. Oktober 2006. Die NRP hat zum Ziel, Wachstumsimpulse in der Bündner Wirtschaft auszulösen. Dabei sollen gezielt in allen Regionen des Kantons Projekte im Tourismus, der Industrie und der Dienstleistungen, der Energie, der Bildung und Gesundheit sowie Exporte natürlicher Ressourcen initiiert und gefördert werden. Verantwortlich für die Umsetzung der Neuen Regionalpolitik und die Verteilung der Mittel ist der Kanton. Zu diesem Zweck baut er zusammen mit den Regionen des Kantons Graubünden das so genannte Regionalmanagement auf.»
Nun ist natürlich nichts daran auszusetzen, wenn sich Davos im Rahmen seiner eigenen Regionalpolitik an diesen vom Bund gesteuerten Zug anklinken will. Schliesslich macht man das im Prättigau, hier über die Pro Prättigau schon lange und erfolgreich.
Nur, es gibt Dinge, für die sich Davos stark macht, die dem Prättigau nicht egal sein können. Ein Beispiel ist die geforderte Ganzjahres-Destination, die zu einer ganz andern Verkehrsbelastung im Prättigau führt – übringens nicht nur auf der Strasse, sondern auch auf der Rhätischen Bahn. Oder der verhalten vorgetragene Ruf nach Olympischen Spielen in der Region.
Es ist nicht der Einstieg von Davos in die Neue Regionalpolitik, die nach mehr Zusammenarbeit zwischen dem Prättigau als Talschaft und der Gebirgsstadt am Kopf des Tales ruft, sondern es sind mehrere Entwicklungsmöglichkeiten, die beide betreffen, Davos und das Prättigau. Man fragt sich, gibt es wirklich Sinn, dass sowohl in Davos wie im Prättigau sogenannte Regionalmanagements aufziehen und dabei wertvolle Investitionsgelder verpufft werden.
Es ist nicht zu leugnen, dass gewisse Unterschiede bestehen. So setzt Davos unter anderem auf Kongresstourismus und auf damit zusammenhängende Faktoren wie Wissen, Forschung und Entwicklung. Für das Prättigau sind zusätzlich noch die industrielle Entwicklung von Bedeutung. Daneben aber bewegen sich beide Regionen auf dem gleichen Weg, demjenigen des Tourismus mit den daran beteiligten Zweigen des Gewerbes und des Handels. So gesehen wäre mehr Zusammenarbeit nur förderlich.