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In der Region Davos wurden in der letzten Woche an verschiedenen Orten Radioaktivitätsmessungen durchgeführt. Sie dienten unter anderem als Vorbereitung für einen internationalen Kongress, der im September 2011 im Kongresszentrum stattfinden wird.
Pascal Spalinger
Wer Mitte vergangener Woche am AO-Center vorbeiging, mochte denken, dass in der benachbarten Wiese wohl Dreharbeiten für einen Scien-ce-Fiction-Film laufen würden. Seltsam aussehende Instrumente standen herum, und von Zeit zu Zeit erschien eine Person, stellte den Laptop auf die Wiese und trug irgendetwas in eine Tabelle ein. Des Rätsels Lösung: Mitarbeiter des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) führten Radioaktivitätsmessungen durch. Es handelte sich dabei um Routinemessungen im Rahmen der Überwachung der ionisierenden Strahlung und der Umweltradioaktivität.
Konferenz im Jahr 2011
Erklärtes Ziel war aber auch, die idealen Messstandorte für internationale Teams einer wissenschaftlichen Konferenz zu finden, die im September 2011 in Davos stattfinden soll. Es gehe dabei vor allem darum sicherzustellen, dass bei einem Unfall die Messungen über die Landesgrenzen hinaus abgestimmt seien, erklärte André Gurtner vom BAG auf Anfrage. Auch die Schweiz nehme regelmässig an diesen sogenannten «Ringversuchen zur In-situ-Spektrometrie» teil, die abwechslungsweise von verschiedenen Ländern organisiert und etwa alle drei bis fünf Jahre durchgeführt werden. Vier Teams des BAG haben deshalb letzte Woche insgesamt 14 mögliche Messstandorte im Dischma-, Flüela- und Sertigtal getestet. Gut die Hälfte davon wird nun ausgewählt, um im September 2011 bestmögliche Qualität bieten zu können. Vor allem haben BAG-Leute auch das Gespräch mit den Landbesitzern gesucht. Schliesslich könne man ja nicht einfach auf die Wiesen der Bauern gehen und Messungen durchführen, erklärt Gurtner. Es gebe immer wieder interessante und zuweilen auch skurrile Begegnungen. So habe man einem Landwirt glaubhaft machen müssen, dass man nicht von der Nagra sei.
Cäsium und Uran
Die Verantwortlichen für die Messungen hatten ausgesprochenes Wetterglück. Denn bei schlechter Witterung sei es schwieriger, korrekte Messresultate zu erhalten, stellte Gurtner fest. In der Gegend des Flüelapasses habe man leicht erhöhte Werte von Cäsium gefunden. Dies sei jedoch kein Grund zur Sorge. Denn die Werte, die noch
vom Tschernobyl-Unglück stammen, seien im Süden und in den Alpen der Schweiz erfahrungsgemäss leicht höher als im Mittelland. Sie lägen aber immer noch weit unter der Gefahrenmarke. Interessant sei zudem eine Stelle im Dischmatal, an der leicht erhöhte, natürliche Uranwerte vorkämen. Diese Messungen seien vor allem für Teams aus Staaten interessant, die solche Elemente sonst nie messen würden, sagt Gurtner. Und er beruhigt, dass die gemessenen Werte durch die vorherrschende Geologie beeinflusst würden. Er freut sich bereits heute auf die Konferenz in Davos, weil man den Anwesenden einiges bieten könne.
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