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Löhne für Prättigauer Musiklehrer angehoben

31.05.2012 Archiv Prättigauer Post

Löhne für Prättigauer Musiklehrer angehoben

In seiner Delegiertenversammlung vom Donnerstag, 24. Mai, in St. Antönien, hat der Regionalverband beschlossen, die Löhne der Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule Prättigau in einer zweiten Tranche um weitere 6 Prozent anzuheben.

Sie befinden sich damit auf allgemein gebräuchlichem Niveau.


Coni Allemann

 

Der Vorstand der Pro Prättigau hatte die Lohnangleichung beantragt. Die erste Tranche von 6 Prozent war durch Rückstellungen finanziert worden. Mit der Angleichung verbunden ist eine Erhöhung der Gemeindebeiträge (auf 14 Franken 15 Rappen pro Kopf der Bevölkerung). Der Entscheidung war eine intensive Diskussion vorangegangen. So bemängelte einer der Gemeindedelegierten von Klosters, Gemeinderat Beat Bernet (FDP), die Sparbemühungen der Musikschule. Er hatte schon vor einem Jahr vor einer künftigen Erhöhung der Gemeindebeiträge gewarnt, als die Delegierten die Löhne bereits einmal um 6 Prozent angehoben hatten.

 

Drohender Qualitätsverlust

Der Präsident der Pro Prättigau, Hans Peter Kocher, wies darauf hin, dass man weitere Sparmöglichkeiten innerhalb der Musikschule eingehend geprüft habe, aber man keine weiteren gefunden habe. Das starke Lohngefälle, mit dem die Musiklehrer im Prättigau zu leben hätten, beinhalte eben auch, dass man, zusätzlich zum Salär, für die langen Anfahrtswege die Spesen zu entschädigen habe. Ziel sei es jetzt, mit dieser Erhöhung eine Lohnparität zu erhalten, um einer Abwanderung der guten Lehrkräfte vorzubeugen. Die Befürchtungen einiger Delegierter, dass bald eine dritte Tranche dazukomme, könne, beim jetzigen Zeitpunkt der Musiklehrersaläre, ausgeschlossen werden.
Schulratspräsident Leo Morf bekräftigte, dass die Sparbemühungen seit einigen Jahren durchaus vorhanden gewesen seien. Man befürchte bei einer Ablehnung aber, dass die Lehrkräfte sonst in finanziell attraktivere Gebiete dislozieren würden, was einem Qua-litätverlust der Musikschule gleichkäme. Die Leitung und das Sekretariat würden, gerade im Vergleich mit anderen Musikschulen, äusserst effizient arbeiten.
Andrea Nold, Gemeindepräsident von Conters, erklärte, dass diese Diskussion doch müssig sei: Der Betrag der Gemeinden an die Musikschule falle ja nicht erheblich ins Gewicht und müsse es durchaus wert sein, um den Musikunterricht an die Kinder zu ermöglichen. Sonst, so Nold, müsse man sich generell fragen, ob die Pro Prättigau überhaupt eine Musikschule führen solle. Die Chance, andernorts Musikunterricht zu erhalten, sei ja nicht gerade gross.


Jahresberichte

Die Laufenden Rechnungen sowie Bestandesrechnungen von Pro Prättigau, der Mu-sikschule und der Abfallbewirtschaftung wurden von den Delegierten genehmigt. Die Abfallbewirtschaftung schliesst mit einem Defizit von 58567.78 Franken ab, welches aber aus den Reserven gedeckt werden kann. Sollte die Tendenz weiter in diese Richtung gehen, müsse man finanziell über die Bücher, wie der Geschäftsführer der Pro Prättigau, Georg Fromm, ausführte. Er wies aber darauf hin, dass die Gemeinden im vergangenen Jahr zu Rückzahlungen gekommen seien.
Bei einem Aufwand von 696 663.55 Franken und einem Ertrag von 708 018.80 schliesst die Laufende Rechnung der Musikschule mit einem Vorschlag von 11 355.25 Franken ab.


«Region Prättigau funktioniert»

Der Delegierte Hans Peter Thöny äusserte sich enttäuscht darüber, dass die drohende Gebietsreform nicht vermehrt zum Thema gemacht werde. Die Region Prättigau funktioniere, und die Grösse einer Region zeuge nicht von deren qualitativer Arbeit. Bei einem allfälligen Zusammenschluss mit dem Regionalverband Davos gerate das Prättigau, auch verkehrstechnisch, unter die Räder. «Wir im Prättigau haben das verschlafen, und es wäre interessant, die Meinung der Delegierten und Grossräte zu dieser Thematik zu hören. Oder stehe ich mit dieser Meinung allein auf weiter Flur?», frage Thöny in die Runde. Hans Peter Kocher erklärte, dass der Vorstand einen Zusammenschluss mit der Region Davos nicht a priori als falsch ansehe.
Auch die verweigerte Beitragserhöhung an die Pro Prättigau Tourismus GmbH durch Saas und Küblis wurde erwähnt. Küblis habe die Tourismusorganisation gebeten, fällige Pendenzen zu erledigen, man sei dem jedoch, auch nach weiterem Insistieren, nicht nachgekommen, worauf die Gemeinden die Konsequenzen daraus gezogen hätten. Küblis und Saas werden sich somit wohl eher an die Destination Davos Klosters ausrichten, umso mehr, als Grüsch-Danusa sich sowieso Richtung Heidiland orientiere.
Im Weiteren informierte Angelo Rizzi die Teilnehmer über den Richtplan Siedlung und Ausstattung.
Die nächste Delegiertenversammlung der Pro Prättigau findet voraussichtlich am 15. November statt. Doch zuvor stehen noch Wahlen an: Am 17. Juni wird der Präsident mittels Urnenabstimmung gewählt, Hans Peter Kocher stellt sich für eine weitere Amtszeit zur Verfügung.
Für die zurücktretenden Vorstandmitglieder Hans Thöny (Grüsch) und Hans Martin Mathis (Küblis) müssen noch Nachfolger gefunden werden.


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