Sagen Küblis und Saas Ja zu Prättigau Tourismus?
12.04.2012
Archiv Prättigauer Post

Der Gemeindevorstand von Küblis beantragt ein Nein zu dieser Vorlage, in Saas wird kein Antrag gestellt.
Als letzte der elf Trägergemeinden stimmen Küblis und Saas in den nächsten Tagen über die Verlängerung des Vertrags mit der Regionalen Marketingorganisation Prättigau Tourismus GmbH ab. Damit verbunden sind auch Erhöhungen der Gemeindebeiträge. Der Gemeindevorstand von Küblis beantragt ein Nein zu dieser Vorlage, in Saas wird kein Antrag gestellt. Der Regionalverband ruft nun die Stimmberechtigten auf, der Vorlage an den Gemeindeversammlungen zuzustimmen.
pp | Neun von elf Gemeinden haben im letzten Herbst an Gemeindeversammlungen der Verlängerung des Vertrags mit der Prättigau Tourismus GmbH zugestimmt. Dies mit grossen Mehrheiten oder sogar einstimmig. Bei den Gemeindevorständen von Küblis und Saas hatte diese Vorlage von Anfang an einen schweren Stand. In verschiedenen Gesprächen wurde in den letzten Monaten versucht, einen gemeinsamen Weg zu finden. Der Gemeindevorstand von Küblis beantragt nun laut Botschaft aber, die Vorlage sei in der Gemeindeversammlung vom 20. April abzulehnen; der Gemeindevorstand von Saas wird eine Woche später an der Gemeindeversammlung über die Vorlage beschliessen lassen, aber keinen Antrag stellen.
Damit besteht die grosse Gefahr, dass sich Küblis und Saas aus der Prättigau Tourismus GmbH verabschieden. Aus der Sicht des Regionalverbands Pro Prättigau würde so viel Geschirr zerschlagen und Aufbauarbeit zunichte gemacht. Deshalb ruft die Pro Prättigau nun die Stimmberechtigten in Küblis und Saas auf, der Vorlage trotz Vorbehalten zuzustimmen. Ein entsprechender Aufruf wird in den nächsten Tagen an alle Haushaltungen in den beiden Gemeinden verteilt.
Tarifverbund als Hindernis
Ein wichtiger Grund für die Differenzen ist der Tarifverbund Küblis-Saas-Klosters-Davos; die freie Fahrt mit Bergbahn-Abo oder Gästekarte ist für beide Gemeinden ein wichtiges Angebot für Gäste und Einheimische, das sie sich auch einiges kosten lassen. Die Zustimmung zu Prättigau Tourismus wollten die Gemeindevorstände nun von der Bereitschaft der umliegenden Gemeinden abhängig machen, einen Beitrag zu diesem Tarifverbund zu leisten. Eine Einigung war jedoch nicht möglich. Die Vermischung der beiden Themen Tarifverbund und Prättigau Tourismus GmbH ist inhaltlich allerdings nicht richtig: Prättigau Tourismus ist für diesen Tarifverbund nicht verantwortlich und hat auch keinen Einfluss darauf.
Im Aufruf wird weiter auf die grosse Bedeutung des Tourismus auch in Küblis und Saas hingewiesen. Zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten auswärts in Tourismusbetrieben, Handel und Gewerbe sind zu einem guten Teil vom Tourismus abhängig. Eine regionale Sichtweise ist auch für die neue Strategie von Prättigau Tourismus notwendig, welche enger mit den wichtigsten Tourismusbetriebe in der Region zusammenarbeitet und hier auch Mittel investiert: davon können zum Beispiel Hotels, Restaurants oder Ferienwohnungsvermieter in Küblis und Saas mit profitieren, auch wenn sich keiner der touristischen «Leuchttürme» in diesen Gemeinden befindet.
Alleingang ohne Perspektive
Ein Nein zur Prättigau Tourismus GmbH führt zum Ausschluss aus der Organisation und zum Alleingang in beiden Dörfern. Tourismusanbieter können dann nicht mehr von den professionellen Dienstleistungen von Prättigau Tourismus profitieren. In den Gemeinden selbst müsste eine vergleichbare Betreuung geboten werden, will man die Anbieter nicht im Regen stehen lassen.
Keine Option ist ein Anschluss der beiden Gemeinden an die Destination Davos Klosters; dort besteht erklärtermassen kein Interesse an der Zusammenarbeit mit einzelnen Gemeinden oder auch Leistungsträgern aus der touristischen Nachbarregion.
Für den Regionalverband wäre ein Nein zudem auch ein Rückschlag für die regionale Zusammenarbeit. Die guten Beziehungen zwischen den Prättigauer Gemeinden würden belastet, gegen aussen würde ein negatives Zeichen gesendet. Auch deshalb hoffen die Verantwortlichen auf eine Zustimmung zur Prättigau Tourismus in beiden Gemeinden.
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