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Leichte Erhöhung der Bedeutung des Tourismus in Graubünden

10.09.2008 Archiv Klosterser Zeitung

 

Die Bedeutung des Tourismus für die Bündner Wirtschaft ist beachtlich. Mit 3316 Mio. Franken und über 25500 Vollzeitstellen können knapp über 30 Prozent der erwirtschafteten Bruttowertschöpfung und der Beschäftigung im Kanton Graubünden auf den Tourismus zurückgeführt werden. Die Bedeutung des Tourismus hat sich gegenüber dem Jahr 2003 leicht erhöht. Dies zeigt die aktualisierte Wertschöpfungsstudie des Tourismus, welche die Forschungsstelle für Wirtschaftspolitik an der HTW Chur im Auf-trag des Amtes für Wirtschaft und Tourismus erstellt hat.

 

Die Untersuchung erfasst die volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus für den Kanton Graubünden, seine Regionen und Branchen. Vom Tourismus profitieren nicht nur die touristischen Leistungsträger wie das Beherbergungsgewerbe, das Gaststättengewerbe oder die Bergbahnen, sondern auch eine ganze Reihe weiterer Branchen, die Umsätze und Wertschöpfung direkt mit Gästen und indirekt mit den touristischen Leistungsträgern erzielen.
1016 Mio. Franken erwirtschaften die touristischen Leistungsträger, 1795 Mio. Franken erzielen die tourismusverwandten Branchen und noch einmal 506 Mio. Franken werden über den Einkommenseffekt gewonnen. Dieser ist darauf zurückzuführen, dass Personen, die dank dem Tourismus direkt oder indirekt beschäftigt sind, einen Teil des Einkommens wieder in der Region ausgeben. 

 

Tourismusverwandte Branchen erzielen mehr als ein Viertel ihrer Wertschöpfung aus dem Tourismus

Die tourismusverwandten Branchen erzielen im Durchschnitt etwa 28 Prozent ihrer Wertschöpfung über den Tourismus. Branchen, die dabei besonders stark vom Tourismus profitieren, das heisst eine hohe Abhängigkeit aufweisen, sind der De­tailhandel, das Immobilienwesen, das Bankenwesen sowie das Baugewerbe. Die touristischen Leistungsträger generieren im Durchschnitt etwa 71 Prozent ihrer Wertschöpfung über den Tourismus.

 

Kleinste relative Abhängigkeit im Bündner Rheintal, dennoch zweitgrösster absoluter Beitrag aus dem Bündner Rheintal

In den folgenden Regionen wird über die Hälfte der regionalen Wertschöpfung direkt und indirekt durch den Tourismus erwirtschaftet:
Schanfigg (68,6%), Oberengadin (68,2%), Mittelbünden (58,8%), Unterengadin 58,7 Prozent und Davos (53,5%). Weniger stark auf den Tourismus ausgerichtet sind die regionalen Wirtschaften der Surselva (42,5%), des Prättigaus (32,3%) und der Südtäler Val Müstair, Poschiavo, Bregaglia, Mesolcina und Calanca (20,4%). In diesen Regionen ist der Tourismus zwar immer noch von grosser Bedeutung, aber deren Ökonomien sind breiter diversifiziert. Die geringste touristische Abhängigkeit weist die Region Viamala (17,3%) und das Bündner Rheintal (10,7%) auf.
Der absolute Beitrag, den jede Region an die kantonale Tourismuswertschöpfung leistet, bestimmt sich durch den Tourismusanteil und die Stärke der regionalen Wirtschaft. Die grösste touristische Wertschöpfung wird im Oberengadin mit 825,8 Mio. Franken erzielt. Das Bündner Rheintal steuert mit 498,9 Mio. Franken den zweitgrössten Beitrag zur gesamten Tourismuswertschöpfung im Kanton bei und liegt damit noch vor den Regionen Surselva (491,2 Mio. Franken) oder Davos (350,0 Mio. Franken). Der Beitrag des Bündner Rheintals lässt sich mit der Grösse der Wirtschaft erklären. Aufgeschlüsselt nach direktem und indirektem Anteil ergibt sich, dass die Unternehmen mit etwas mehr als 300 Mio. Franken Wertschöpfung deutlich stärker indirekt über Nachfrage und Investitionen der touristischen Zentren vom Tourismus profitieren als direkt. Mit ca. 200 Mio. Franken wird aber auch Wertschöpfung in erheblichem Umfang direkt mit Touristen erwirtschaftet.

 

Entwicklung der touristischen Wertschöpfung
Die Untersuchung ergibt, dass die Bedeutung des Tourismus für Graubünden und seine Unternehmen in den letzten Jahren gleich geblieben ist beziehungsweise sich sogar leicht erhöht hat. Obwohl die meisten Unternehmen der touristischen Leistungsträger (43,8% der Unternehmen) und tourismusverwandten Branchen (63,2%) keine Veränderung sehen, überwiegt bei den weiteren Unternehmen die Einschätzung, dass sich die Bedeutung des Tourismus in den letzten Jahren erhöht hat. Bei den touristischen Leistungsträgern sehen 38,3% eine Erhöhung der Bedeutung des Tourismus, 12,1% spüren eine Verringerung. Bei den tourismusverwandten Branchen stehen sich 19,3% und 9,8% der Unternehmen gegenüber. Interessant hierbei ist, dass neben den touristischen Leistungsträgern vor allem Branchen zu diesem Ergebnis beitragen, die unmittelbar auf eine Erhöhung der Tourismusnachfrage reagieren wie der Detailhandel, der Grosshandel, unternehmensbezogene Dienstleistungen, das Versorgungs- und Entsorgungswesen und die Hersteller von Nahrungsmitteln und Getränken. Branchen, die erst mittelfristig auf eine dauerhafte Erhöhung der Tourismuszahlen reagieren, wie das Baugewerbe, tragen weniger zu diesem Ergebnis bei. Daraus lässt sich ableiten, dass die Verbesserung der touristischen Situation in Graubünden, insbesondere der letzten Jahre, noch nicht zu diesen Branchen durchgedrungen ist. Sollte die positive Entwicklung weitergehen, so dürften auch diese Branchen verstärkt vom Tourismus profitieren.
AWT


Die ausführliche Studie steht unter http://portal.gr.ch/D/awt/Seiten/dokumente.aspx zum Download zur Verfügung.

 

 

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