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An der Gemeinderatssitzung vom Donnerstag, 22. April, wurde eine Arbeitsgruppe wiederbelebt und erweitert, welche zum restriktiven Vorschlag des Kantons zur Einschränkung des Zweitwohnungs-baus für Rat und Vorstand Stellung beziehen soll.
Coni Allemann
In seiner Sitzung von vergangener Woche hat der Rat die Jahresrechnung 2009 einstimmig zuhanden der Genehmigung durch den Souverän verabschiedet. Die Laufende Rechnung schliesst dabei mit einem Defizit von 824000 Franken ab (siehe Ausgabe der «Klosterser Zeitung» von vergangener Woche).
Alp- und Weidereglement refüsiert
Zur Überarbeitung an den Vorstand zurückgewiesen wurde hingegen die Teilrevision des Alp- und Weidereglements, dies auf Antrag von Gemeinderat Marco Marugg. In einem von 19 aktiven Landwirten unterschriebenen Brief wurden am Entwurf etwa die neuen Ansätze zur Gemeinwerkpflicht bemängelt. Diese würden pro Mutterkuh zwei Stunden, und bei einer gemolkenen Kuh vier Stunden betragen. «Wir begrüssen diese Differenzierung, aber nicht um die Hälfte», hatten sich die Unterzeichner in ihrem Schreiben gegen das neue Reglement gewehrt. Ausserdem sei der Entwurf der Alpgenossenschaft nicht vorgelegt worden. Weitere kritisierte Punkte sind dabei Maschineneinsätze und die Sicherheit auf den Mutterkuhalpen. Die Kühe gaben auch zu reden bei der Bearbeitung der Teilrevision der Ortsplanung und der Anpassung des Generellen Erschliessungsplans in Sachen Freeride-Strecke für Mountainbiker von Gotschnaboden nach Klosters.
Gemeinderat Willi Däscher bemerkte, dass die Haftung für Maiensäss-Anstösser das grösste Problem in dieser Sache sei. Einerseits der Beweidung wegen, andererseits aus verkehrstechnischen Gründen. Würde ein rasender Biker mit einem langsam fahrenden landwirtschaftlichen Fahrzeug kollidieren, werde die Schuld höchstwahrscheinlich dem motorisierten Gefährt zugeschoben. Auch sei die Bewirtschaftung im fraglichen Gebiet gar nicht in die Planung einbezogen worden, so Däscher weiter. Josias Jenny musste dies leider bestätigen: «Wir sind enttäuscht, denn unsere Anliegen wurden gar nicht berücksichtigt. Der Wald ist quasi sakrosankt, aber die Milchkraut-Weiden entlang der Strecke, die immerhin unsere besten Weiden sind, hat man nicht berücksichtigt. Auch Daniel Wegmüller zeigte sich darüber enttäuscht, dass dem Konfliktpunkt Landwirtschaft nicht genügend Beachtung geschenkt wurde. Nichtsdestotrotz stimmte der Rat, unter Berücksichtigung der wichtigen touristischen Bedeutung der MTB-Strecke, der Teilrevision zu.
Agieren statt reagieren
Die vom kantonalen Amt für Raumplanung geforderten Anpassungen des Gesetzes über die Zweitwohnungs-Kontingentierung, immerhin auf die Hälfte des heutigen Standes, entziehe dem Klosterser Gewerbe die Existenzgrundlage, war man sich im Vorstand und Rat mit Empörung einig. Immerhin hat Klosters in Sachen Zweitwohnungsbau schon vor Jahren agiert. Mit Hilfe einer Arbeitsgruppe will sich der Vorstand wehren und erreichen, fair behandelt zu werden, was im Schreiben des Kantons nicht klar zum Ausdruck komme, wie Gemeindepräsident Markus Haltiner betonte. In die Arbeitsgruppe gewählt wurden Gemeinderatspräsident Georg Valär und die Räte Peter Aebli, Marco Marugg, Daniel Wegmüller und Heinz Schmid. Der Vorstand wird diese Gruppe mit anderen Personen ergänzen, um deren Schlagkraft zu erhöhen. Der Klosterser Gemeinderat ist wieder vollständig: So wurde an seiner Sitzung das neu gewählte Ratsmitglied Martin Jecklin als Nachfolger des zurückgetretenen Ruedi Weber vereidigt. Webers Posten als Vertreter im Gemeindeverband für Abfallentsorgung in Graubünden (Gevag) wurde Gemeinderat Josias Jenny (bisher Stellvertreter) zugewiesen, als Delegierter in den Regionalverband Pro Prättigau wurde Beat Bernet gewählt. Diese Wahlen hatten für Diskussionen gesorgt, da sich einige Ratsmitglieder nicht dazu durchringen konnten, die Stellvertreter nachrücken zu lassen.
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