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Bund, Kanton und Gemeinde wollen in die Strukturverbesserung der Landwirtschaft investieren. Dazu liegt nun eine Landwirtschaftliche Planung vor, die die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes zum Ziel hat. Unter dem Titel «Die Landwirtschaft von Klosters-Serneus auf neuen Wegen» wurden die Resultate einer hierfür eingesetzten Fachgruppe am Montagabend der Öffentlichkeit vorgestellt.
h | Vorausgegangen war ein im Jahre 2006, heute muss man fast sagen zum Glück, abgelehntes Meliorationsprojekt. 2007 folgte eine gemeinderätliche Motion, die die Wiederaufnahme der Bemühungen um eine Melioration verlangte. Seit 2009 hat eine Kerngruppe «Landwirtschaftliche Planung» unter Beizug einer Begleitgruppe bestehend aus 18 Vertretern aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Grundeigentümer ohne Landwirtschaft, Tourismus, Gewerbe, Natur- und Landschaftsschutz sowie von Gemeinde und Kanton ein Gesamtkonzept erarbeitet. Der Kerngruppe gehören nebst den involvierten Personen der Gemeinde (Bartli Müller, Vorstand, Andrea Guler und Josias Jenny, Gemeinderat, Peter Tomaschett, Bauamt) das spezialisierte Planungsbüro Emac aus Zürich (Dr. Martin Fritsch und Mirco Huhmann) sowie Moreno Bonotto, Sachbearbeiter Melioration beim Amt für Landwirtschaft und Geoinformation Graubünden, an.
Panoramaweg als gemeinsame Klammer
Am Montag lagen nun die Ergebnisse vor, wie sie bereits am 29. Januar 2010 in dieser Zeitung beschrieben wurden. Für Gemeindepräsident Markus Haltiner bedeutete diese Präsentation gleichzeitig den Startschuss für die nun folgenden Schritte in der Ausarbeitung der Planung und Projektierung. Für den Projektverfasser Martin Fritsch gliedert sich die vorgelegte Arbeit in zwei Hauptfelder, die Landwirtschaftliche Planung (LP) und das Projekt Regionale Entwicklung (PRE). Die Landwirtschaftliche Planung weist vier Module auf. Das sind das Planungsverfahren, eine Orientierungshilfe, die Innovationsbörse und eine Werkzeugkiste. Diese eher abstrakten Begriffe enthalten als wichtigste Teilaspekte die Gründung einer Interessensgemeinschaft (IG) Landwirtschaft, Ausbau und Verbesserung des Wegnetzes, Arrondierung der zu bewirtschaftenden Flächen und Koordination der verschiedenen Nutzungen. Kernpunkt bildet das Projekt eines Panoramaweges von Monbiel bis an die Gemeindegrenze zu Saas. Dieser Weg soll einmal der Landwirtschaft zur Erschliessung weiterer Güter, aber auch dem Tourismus dienen. Ihm angegliedert sind etwa drei Standorte, wo sich Landwirtschaft, Gewerbe und Tourismus treffen, indem dort Berührungspunkte durch Läden oder Verkaufsstellen geschaffen werden.
Arrondierungen in der Bosca und Aeuja/Monbiel
Zur Strukturverbesserung in der Landwirtschaft gehören vor allem die Durchführung einer Melioration im Gebiet Bosca und eine Arrondierung der zu bewirtschaftenden Flächen in der Aeuja und unter Monbiel. Die beiden letzten Flächen beinhalten vorwiegend Pachtland, weshalb eine Güterzusammenlegung nicht notwendig wird. Auf arrondiertem Pachtland kann ebenso wirtschaftlich gearbeitet werden, und die Besitzverhältnisse werden nicht tangiert. In der Bosca braucht es neben der Güterzusammenlegung eine mässige Erschliessung durch Strassen, die bereits auch ausserhalb dieser Planung diskutiert wird. Mit diesen Massnahmen kann der Bau von Wegen im Verhältnis zum Meliorationsprojekt 2006 von 22 km auf 16,7 km verkürzt werden, und die betroffenen Flächen reduzieren sich von 782 ha auf etwa 120 ha.
Kosten geringer
Die Kosten werden vor allem für die Gemeinde massiv weniger, weil das Projekt Regionale Entwicklung von Bund und Kanton zu 80 Prozent subventioniert wird. Es bildet Teil der vom Bund geförderten Entwicklungsstrategie für die Berglandwirtschaft. Bis zum Herbst dieses Jahres sollten alle Vorabklärungen getroffen sein. Es folgt dann die Phase der Detailprojektierung und anschliessend diejenige der politischen Entscheidungen bis hin zur Volksabstimmung über die Mitfinanzierung im Herbst 2011.
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