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Die Schweizerische Alpine Mittelschule Davos (SAMD) betritt Neuland: Als erste Schule der Nation hat sie ihr Angebot spezifisch für talentierte Jugendliche mit überdurchschnittlich hoher Leistungsbereitschaft ausgeweitet. Bereits seit zwei Jahren können einheimische Schüler davon profitieren. Jetzt sollen mit diesem Programm, genannt «SAMD plus», gezielt Interne akquiriert werden.
Marlène Clemenz
Im Frühling 2010 werden die ersten beiden «SAMD plus»-Absolventen zur Maturitätsprüfung antreten – mit einem Leistungsausweis der Superlative. Obligatorisch belegen sie ein zweites Schwerpunktfach und absolvieren Auslandsaufenthalte sowie Praktika bei Forschungsinstituten. Wünschenswert sind zudem die Mitgliedschaft in einem Verein, optimalerweise als Vorstandsmitglied, und Teilnahmen an Facholympiaden und Studienwochen von Universitäten und ETHs. «Diesen Jugendlichen wird enorm viel abverlangt. Dafür werden sie auf Händen durch ihre Schulzeit getragen», sagt Hansruedi Müller, massgeblicher «Geburtshelfer» des Projekts und seit Anfang Oktober Rektor der SAMD. Neben den beiden Sechstklässlern nehmen zwei Jugendliche aus den fünften Klassen an «SAMD plus» teil. Weitere drei Schüler hätten zudem ihr Interesse bekundet, so Müller. Eine Teilnahme am Programm ist ab der 4. Gymnasialklasse möglich.
Wieder unter die Besten
Die SAMD befindet sich zwar noch inmitten der Evaluations- und Feedbackphase ihres Pilotprojekts, zu früh für ein erstes Fazit ist es allerdings nicht. «Die bisherigen Erfahrungen haben deutlich gezeigt, dass die Projektteilnehmer sehr eng von der Lehrerschaft begleitet werden müssen. Letztere muss hierfür äusserst flexibel sein», erklärt Müller und fügt erfreut hinzu: «Die Umsetzung funktioniert aber sehr gut.» Vor knapp fünf Jahren haben Schulleitung und Lehrerschaft der SAMD in enger Zusammenarbeit mit den hiesigen Forschungsinstituten die Planung von «SAMD plus» in die Hand genommen, bemüht darum, den einst gefestigten Platz unter den besten Gymnasien zurückzuerobern. Das Neukonzept ist seit diesem Frühling bis ins Detail ausgearbeitet, die kantonalen Behörden haben für die Lancierung grünes Licht gegeben. Jetzt gilt es, über die Regionengrenze hinaus aktiv zu werden und sich damit der grossen Krux zu entledigen: der seit Jahren geringen Auslastung des Internats. Im kommenden März will man beginnen, mit «SAMD plus» gezielt interne Schüler fürs Schuljahr 2010/2011 zu akquirieren. Dafür konzentriert sich die SAMD vorerst auf den Raum Deutschschweiz und Süddeutschland.
Stipendien als Anreiz
Um hoch talentierten und motivierten Jugendlichen einen Anreiz zu geben, nach Davos zu kommen, will die SAMD in der Lage sein, an etwa einen Viertel ein Vollstipendium in einer Höhe von rund 450000 Franken jährlich vergeben zu können. Die Mittel dafür sollen nicht der öffentlichen Hand entstammen – für eine Schule äusserst ungewöhnlich. «Wir werden uns an Industriezweige wenden, die Mangel an qualifiziertem Nachwuchs beklagen, aber auch an Verbände und Stiftungen», erklärt Müller. Er ist zuversichtlich, dass dieses Unterfangen glücken wird, zumal die Davoser Forschungsinstitute der SAMD die fachliche Kompetenz zum Gelingen des «Hochleistungs-Projekts» attestieren können. Auch davon, dass eine genügend grosse Nachfrage nach dem Zusatzangebot besteht, ist Müller überzeugt. «Die Kantone Aargau und Zürich haben dies ebenfalls erkannt, finden allerdings nicht den nötigen politischen Zuspruch», weiss er. Damit ist die SAMD das erste Gymnasium der Schweiz, das die Talentiertesten und Motiviertesten derart umfassend fördert. Das Ziel: «Ein Maturitätszeugnis mit Mindestnote 5,3. Damit finden die Absolventen Anschluss an die Schweizerische Studienstiftung und werden auch während des Studiums auf Händen getragen.»
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