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Die Gründe für die vorzeitige Schliessung auf Madrisa

09.03.2009 Archiv Klosterser Zeitung

Stellungnahme des Verwaltungsrats der Klosters-Madrisa Bergbahnen AG

 

Geschätzte Gäste und Einheimische

 

Aufgrund der zahlreichen Reaktionen zur Ankündigung des vorzeitigen Betriebsschlusses der Klosters-Madrisa Bergbahnen AG ist es dem Verwaltungsrat ein Anliegen, die Gründe, welche zu jenem Entscheid führten, zu erläutern. Wir möchten vorwegnehmen, dass sich der Verwaltungsrat den mit klarer Mehrheit gefällten Entscheid nicht leicht gemacht hat und dass das Pro und Kontra intensiv diskutiert und abgewogen worden ist.
Als im letzten Winter 2007/08 die Betriebszeiten für die laufende Wintersaison festgelegt wurden, herrschte Hochkonjunktur, und man liess sich rückblickend von einer zu optimistischen Stimmung leiten. Es war damals in keiner Weise absehbar, was sich heute, ein knappes Jahr später, im gesamtwirtschaftlichen Kontext abzeichnen sollte. Nach einem sehr positiven Saisonstart haben bereits die Januarzahlen der Hotellerie aufgezeigt, dass insbesondere der englische Markt stark schwächelt, was für Klosters einschneidend ist (Rückgang der Übernachtungen um 35%). Im Februar haben die Bergbahnen im Vorjahresvergleich einen Einbruch ihrer Frequenzen erlitten, was in erster Linie auf das ungünstige Wetter zurückzuführen ist, nach unserer Einschätzung aber auch als erstes Anzeichen eines rezessionsbedingten Wandels des Gästeverhaltens zu interpretieren ist. Unsere Abklärungen bei verschiedenen Hotels in Klosters haben zudem ergeben, dass die Woche vom 30. März bis 5. April, welche in unseren Hauptmärkten (ausser England) ausserhalb der Schulferien liegt, sehr schwach ausgelastet ist.
 

Diese negativen Indikatoren haben den Verwaltungsrat veranlasst, die Auswirkungen auf den weiteren Saisonverlauf unserer Gesellschaft zu analysieren. Dies v.a. vor dem Hintergrund der letztjährigen Rettungsaktion für Madrisa, mit welcher dem Verwaltungsrat weitere Finanzen für die nachhaltige Zukunftssicherung anvertraut wurden. Die zielorientierte Führung der Gesellschaft und der effiziente Einsatz der Mittel haben gegenüber den Aktionären und den Geldgebern prioritäre Bedeutung. Dies schliesst auch die Verantwortung für die Ergreifung der erforderlichen Massnahmen bei einer sich abzeichnenden Belastung des Geschäftsgangs ein.
Es wurden deshalb insbesondere Berechnungen für die finanziellen Risiken angestellt. Je nach Wettersituation ist davon auszugehen, dass in der besagten Woche von Montag bis Freitag je zwischen 2500 und 5000 Gäste unsere Skigebiete der gesamten Destination Davos-Klosters besuchen werden. Am Wochenende kann sich das Gästeaufkommen aufgrund der Tagesgäste verdoppeln. Die Kapazität der Gebiete Jakobshorn und Parsenn/Gotschna, welche übrigens bis weit über Ostern hinaus ihren Betrieb aufrechterhalten, beträgt 19000 Gäste, die Gesamtkapazität der Region sogar 30000 Gäste. Aus diesen Zahlen lässt sich ableiten, dass die Klosters-Madrisa Bergbahnen AG (wie übrigens auch die Bergbahnen Rinerhorn AG) mit ihrer in Eigenregie geführten Bergrestauration bei Aufrechterhaltung des Betriebs in der Woche vom 30. März bis 5. April zwischen CHF 80000.– und CHF 100000.– verlieren würde.
Aufgrund der Erfahrungen aus früheren Jahren muss zudem davon ausgegangen werden, dass die Option eines Teilbetriebs des Gebiets mit reduziertem Angebot mit vielen praktischen Problemen (Sicherheit usw.) verbunden ist und im Resultat v.a. zu Reklamationen und nicht zu einer Steigerung der Gästezufriedenheit führt.
Die letztjährige Rettungsaktion der Gemeinden Klosters-Serneus und Saas sowie der Davos Klosters Bergbahnen AG muss uns daran erinnern, dass sich die Klosters-Madrisa Bergbahnen AG nach wie vor in einer schwierigen finanziellen Lage befindet. Der Prozess für die nachhaltige Sicherung des Schneesport- und Sommergebiets ist erst am Anfang, und es stehen diverse Aufgaben an, welche überhaupt nur bei einem optimalen Einsatz der Ressourcen gemeistert werden können. Zudem müssen alleine in den kommenden drei Jahren Darlehen und Verbindlichkeiten von jährlich CHF 800 000.– zurückgeführt werden. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung wird alles daransetzen, um diesen Verpflichtungen nachzukommen. Die Zukunftssicherung und die hierfür erforderliche finanzielle Basis muss heute Priorität haben. Wir bitten Sie um Verständnis, dass dies für den Abschluss der laufenden Saison zu einem unpopulären Entscheid geführt hat.
 

Kinder- und Familienshuttle
Die Klosters-Madrisa Bergbahnen AG wird in der Zeit vom 30. März bis zum 5. April 2009 für die kleinsten Gäste und deren Familien, insbesondere für die in Klosters untergebrachten englischen Skicamps, einen Shuttleservice zum Skiübungsgelände Bolgen/Jakobshorn unterhalten. Geplant ist der Einsatz von maximal drei Kleinbussen mit je drei Fahrten am Vormittag und am Nachmittag. Detaillierte Informationen dazu werden rechtzeitig unter www.davosklosters.ch sowie bei den Skischulen Klosters und Saas erhältlich sein.


Verwaltungsrat
Klosters-Madrisa
Bergbahnen AG

 

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