Suchen

Radio Grischa Newsticker

Di aktuellschta News us dr Region

Wetter

Davos

FR 18.05.2012
MAX.
11°
MIN.

Klosters

FR 18.05.2012
MAX.
13°
MIN.

 

SA 19.05.2012
MAX.
16°
MIN.

 

SA 19.05.2012
MAX.
17°
MIN.

» mehr Wetter

Webcams Davos Klosters


Rinerhorn, Blick auf Davos: 01.05.2012 15:09:48

Madrisa Blick Klosters: 01.05.2012 15:21:44

» weitere Webcams

Kontakt
Buchdruckerei Davos AG
Promenade 60
7270 Davos Platz
T. +41 (0)81 415 81 81

Landwirtschaftliche Planung kommt in Gang

08.10.2009 Archiv Davoser Zeitung

 

Die Sitzung des Gemeinderates vom vergangenen Donnerstag dauerte nicht nur ausserordentlich lange, sie war auch ergiebig. So wurden die Landwirtschaftliche Planung und die Fusion mit Saas ausserordentlich positiv aufgenommen.

 

Coni Allemann

 

Nach dem Nein des Souveräns zu der Gesamtmelioration im Jahre 2006 stand man vor einem Scherbenhaufen. Wohl wäre es möglich gewesen, einzelne Parzellen zusammenzulegen, doch der damalige Gemeinderat pochte auf eine Gesamtlösung. Auf- grund einer eingereichten Motion setzte der Vorstand eine Kerngruppe ein. Daraus resulierte ein Konzept Landwirtschaftliche Planung (LP). Der Projektleiter, Dr. Martin Fritsch, welcher dieses vorstellte, hat dazu eine erweitere Begleitgruppe zusammengestellt, die aus praktisch allen Branchen der Gemeinde besteht. Eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raum braucht geeignete Massnahmen und Umsetzungsinstrumente. So geht das Konzept weit über die Landzusammenlegung und Wegerstellung hinaus. Man will in Klosters eine produzierende Landwirtschaft, Sie sich auf Spezialitäten und regionale Produkte konzentriert, die effizient und konkurrenzfähig hergestellt werden. Dies soll in eine branchenübergeifende Zusammenarbeit mit Gewerbe und Tourismus münden, um die Marke Klosters geeignet zu promoten. Erreicht werden soll damit eine Erhöhung der regionalen Wertschöpfung. Die braucht jedoch eine strukturelle und betriebliche Organisation und Bewirtschaftung der Höfe und Betriebe. Dazu kommt eine ergiebigere Zusammenarbeit unter den Landwirten. Auch das Entstehen neuer Betriebsformen und Gemeinschaften wird angestrebt, wobei auch bestehende Organisationen, wie etwa die Alpgenossenschaften, einbezogen werden sollen. Dabei gelten die Landwirte als unverzichtbare Akteure für Unterhalt und Pflege einer intakten Kulturlandschaft.

Neuer Panorama-Höhenweg
Im Rahmen der Landwirtschaftlichen Planung wurden folgende Massnahmen definiert:
– Das Wegnetz soll gegenüber der Gesamtmelioration von 22 auf 16,7 km reduziert werden; man will nur die Wege bauen bzw. ausbauen, die man auch wirklich braucht.
– In Monbiel (38 Hektaren) und Aeuja (24 ha) soll eine Pachtlandarrondierung durchgeführt werden; in der Boschga eine Güterzusammenlegung (58 ha). Man investiere hier in eine Zone zugunsten der Landwirtschaft, die einen Pflegeauftrag hat, damit die Fläche wertmässig erhalten bleibe, wie Dr. Fritsch ausführte.
– Das Hauptprojekt, ein Panorama-Höhenweg, der auf der «Sunnisiitä» auf dem bestehendem Wegnetz angelegt werden soll und unter anderem vom Berg über Matätsch und Palfärn führt, würde dabei als zentraler Ausgangspunkt dienen, der mit touristischen Highlights ergänzt werden soll. Möglich wäre beispielsweise das Erstellen eines Infozentrums «Hennägadä» als Landwirtschafts-Zentrum, zur Information, aber auch Verkauf und Demonstration landwirtschaftlicher Produkte und Angebote. Auch ökologische und kulturhistorische Informationen sollen an die Gäste weitergegeben werden. Hier würde der Panoramaweg als Verbindung zu weiteren Angeboten genutzt werden wie etwa dem Heimatmuseum Nutli Hüschi, der Rohrmühle, Hofkäsereien oder Spazierwegen Richtung Alpen. Der Arbeitsgruppe schwebt mehr als nur ein Wanderweg mit den gelben «Täfeli» vor.
– Die Gründung einer IG Landwirtschaft als Austauschplattform, Interessensvertretung und Ansprechpartner für andere Institutionen und Branchen, die auch Beratungsfunktion ausübt. Zur Umsetzung der vier Teilprojekte schlagen Gemeindevorstand, Kerngruppe und Dr. M. Fritsch die Durchführung eines Projektes zur regionalen Entwicklung (PRE) nach Art. 93 Abs. 1 Bst. c des eidg. Landwirtschaftsgesetzes vor, das bei der tatsächlichen Umsetzung namhafte Subventionen von Bund und Kanton zur Folge hätte. Der Entscheid über die Weiterverfolgung des Vorhabens soll von den Verantwortlichen bald- möglichst gefasst werden. Zur Realisierung dieses Projektes stellt der Bund Coaching-Beiträge bereit. Werden schliesslich nur Strukturverbeserungen durchgesetzt, muss die Gemeinde 37,2% der Kosten berappen; bei einem Gesamtprojekt allerdings schlagen für Klosters nur noch 28% zu Buche. Die Vorbereitung einer Abstimmungsvorlage wird bereits im kommenden Winter erfolgen, bei einem positiven Entscheid des Souveräns im Frühling/Sommer 2010 soll eine Null-Etappe bereits im Herbst des kommenden Jahres durchgeführt werden können; Teilprojekte würden dann ab Sommer 2011 realisiert.

 

Finanzplan 2010–2014
Der laufende Finanzplan gab ebenfalls viel zu diskutieren. Bei einem Aufwand von Fr. 33931500.– und einem Ertrag von Fr. 31202000.– resultiert im Voranschlag 2010 ein Nettoertrag von 2729500 Franken. Die Investitionsrechnung zeigt Fr. 23501500.– auf. Gemeindepräsident Markus Haltiner erklärte dabei, man wolle sich angesichts der drohenden Finanzkrise antizyklisch verhalten und die anstehenden Projekte vorantreiben. Dazu gehören ein Lifteinbau im alten Schulhaus Dorf, Dachsanierung und Umgestaltung des Werkhofes samt Integration Feuerwehrlokal, die Trottoirerstellung an der Gotschnastrasse, neuer Kindergarten Platz und die bereits bekannten Projekte Parkhaus Montana, Einstellhalle Monbiel, Schulraumbeschaffung und Erneuerung der Wasserversogung und der Kanalisation verschiedenenorts. Im Rathaus soll ein Infoschalter am Empfang eingerichtet werden. Daraus sollten durch Verlagerung jedoch keine Mehrkosten in personeller Hinsicht entstehen. Ein Planungskredit in der Höhe von 800000 Franken wurde dafür im Budget bereitgestellt. Ein Umbau der sanitären Anlagen der Primarturnhalle Platz wurde jedoch vom Gemeinderat nicht unterstützt. Diese hatte vorgesehen, die dringlichsten Sanierungen vorzunehmen. Der Gemeinderat wollte sich jedoch auf die nötige Schulraumbeschaffung konzentrieren. Das durch eine Initiative verlangte Fussballfeld wurde auf Antrag von der Schulraumbeschaffung definitiv loseglöst. Die planerische Grundlage für dieses Projekt ist somit gegeben. Das Schiesswesen wurde ebenfalls unter die Lupe genommen. Aufgrund eines Immissionsgesetzes, dessen Realisierung sich an der letzten Sitzung abzeichnete, wolle man die Lärmbelästigung durch das Schiessen am Wochenende nicht erhöhen. Gemeindevorstand Marc Däscher unterstützte dies; man sei auch im Bereich 300 m für eine regionale Lösung. Der Steuerfuss für das kommende Jahr wird auf dem bisherigen Stand belassen.

 

Vorwärts mit Saas
Die Gemeindräte Albert Gabriel und Daniel Wegmüller reichten schliesslich noch eine Interpellation ein, die sich mit der möglichen Fusion mit der Gemeinde Saas auseinandersetzt. Darin wird vom Gemeindevorstand eine Abwägung der Risiken und Chancen, welche diese Gemeindefusion mit sich bringt, gefordert. «Wir sehen die schwierige Situation unserer Nachbargemeinde Saas als Chance und beurteilen das Potenzial einer möglichen Fusion für die Gemeinde Klosters-Serneus, aber auch für die Gemeinde Saas als prüfenswert. In diesem Sinne ermutigen wir den Gemeindevorstand, unsere Inputs proaktiv anzugehen und diese Chance zu packen», schreiben die Interpellanten weiter. Ein weiteres Thema an der Gemeindrats-Sitzung war schliesslich der Fussgängerstreifen bei der neu erbauten Rufinis-Liegenschaft. Dieser soll aufgrund der veränderten Situation vor dem Haus versetzt werden. In der Diskussion wurde klargemacht, dass die frühere Situation vom Bauherrn missachtet worden sei. Anstelle des Fussgängerstreifens sollen die Parkplätze versetzt werden, hiess es an der Sitzung.

 

 

 

 

 

Hier gelangen Sie zur gesamten "KZ" PDF-Ausgabe: PDF-Ausgabe


Sichern Sie sich hier Ihr Online-Abonnement: Abobestellung