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Er war nach Zürich gefahren, um die grossen Chicago Blackhawks ernsthaft zu fordern. Es blieb die Erkenntnis, dass die Mannschaft aus der nordamerikanischen National Hockey League (NHL) viel mehr als eine Nummer zu gross war. Der Schweizer Meister HC Davos musste sich am Montag beim 2:9 vor 7252 Zuschauern vorführen lassen.
Bernhard Camenisch
«Hätten wir gegen die ZSC Lions gespielt, wären wir nicht so aufgetreten», meinte HCD-Trainer Arno Del Curto Sekunden nach der Schlusssirene im Zürcher Hallenstadion. Dies ist wohl die Heimstätte der Lions, die Gegner hiessen diesmal aber Chicago Blackhawks. Ein Name, der sich auf Del Curtos junge Mannschaft zu paralysierend auswirkte. Sie hatten seit Wochen davon gesprochen, möglichst gut entgegenhalten und die Sensation anstreben zu wollen. In die Tat umgesetzt wurde dieses Vorhaben nie, und als ein positives Resultat längst ausser Sicht gerückt war, ging es für die Davoser bloss noch darum, das «Stängeli» zu verhindern – immerhin dies gelang, an einem Abend, an dem selbst die einfachsten Dinge nicht klappten, der HCD im Kollektiv unterging und sich kein Spieler nachhaltig ins Gedächtnis der US-Gäste einzuprägen vermochte.
«Wir waren gehemmt»
Die Chicago Blackhawks waren den Bündnern, in deren erstem Spiel in der Vereinsgeschichte gegen ein NHL-Team, in allen Belangen überlegen. Selbst läuferisch konnte das in diesem Bereich beste Schweizer Team nicht dagegenhalten. Die Amerikaner durften aber auch machen, was sie wollten, und den Gegner vorführen, weil es der HCD ohne nennenswerte Gegenwehr zuliess. «Wir waren gehemmt», so die Begründung Del Curtos, der sich sehr enttäuscht zeigte. Zu grossen Respekt vor dem Gegner wollte Marc Gianola jedoch nicht als Ursache ausmachen. «Man hat gesehen, wo unsere Grenzen sind. Es ist konsternierend, wenn man merkt, dass man nichts entgegenzusetzen hat», meinte der Captain weiter.
Seltene Höhepunkte
Mit einem Shorthander in der 10. Minute hatte das Unheil begonnen. 0:3 stand es nach dem ersten, 1:5 nach dem zweiten Drittel und 1:9 nach 51 Minuten. Die raren, aber bedeutungslosen Davoser Höhepunkte waren die Tore von Daniel Widing zum 1:3 (27.) und Peter Guggisberg zum 2:9 (55.) sowie das Überstehen einer 120 Sekunden dauernden doppelten Unterzahl im Mitteldrittel. Chicagos Headcoach Joel Quenville meinte, dass es bis zu diesem Zeitpunkt das beste Saison-Vorbereitungsspiel seiner Mannschaft gewesen sei. Diese Aussage konnte Del Curto auch nicht milder stimmen: «So wie dieser Abend verlief, konnte ich das Ereignis sicher nicht geniessen.»
Lions schaffen Sensation
Wie man es deutlich besser machte, zeigten 24 Stunden später die ZSC Lions. Der amtierende Europameister besiegte die Blackhawks im Victoria Cup verdient mit 2:1. Die Zürcher zeigten überhaupt keine Furcht und brillierten bei ihrer sensationellen Leistung mit herausragendem Willen.
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