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Bahnhof Platz: Wie weiter?

03.09.2009 Archiv Davoser Zeitung

 

Konkretisierte Pläne zur Neugestaltung des Bahnhofareals im Platz müssen noch auf sich warten lassen, da zwei Einsprachen das Quartierplanverfahren in die Länge ziehen. In einer wird der geplante Neubau anstelle des Güterschuppens bemängelt, in der anderen der vorgeschlagene Kutschenstandplatz.

 

Marlène Clemenz

 

Der Richtplan zeigt einen Baukörper mit 87 Metern Länge, dreistöckig mit beidseitiger Erhöhung auf fünf Geschosse. Beherbergen soll er dereinst Läden und Wohnungen sowie einen Hotelbetrieb oder Büroräumlichkeiten. Dies die Vorstellungen der Investorengruppe «Mainstation», die sich aus den Firmen Prader AG, Architekturbüro Sprecher Schneider AG, Guyan + Co. AG sowie der Privatperson Roger Kunz zusammensetzt. Das Ziel: Warme Betten und ein attraktiveres Bahnhofareal.
Die RhB, welche den Investoren den benötigten Boden im langfristigen Baurecht abgibt, will ihrerseits mit einer Sanierung der Gleis- und Perronanlagen sowie des Aufnahmegebäudes und wenn möglich der Erstellung einer zweiten Unterführung zum Bolgen zur Aufwertung des Areals beitragen.

 

Keine Beschleunigung
Zwei Einsprachen ziehen nun aber das Quartierplanverfahren in die Länge. In der einen wird der von der IG «Mainstation» geplante Neubau angefochten, konkret die Grenz- und Strassenabstände, die
Gebäudeästhetik sowie das Verkehrsregime, insbesondere im Bezug auf die Parkierungsmöglichkeiten. Kritikpunkte, welche laut Gemeindearchitektin Cornelia Deragisch vor Gericht wohl einen schweren Stand hätten. «Sowohl die Parzellen- und Strassenabstände als auch das Erscheinungsbild entsprechen dem Davoser Baugesetz», stellt sie fest und weist bezüglich der vom Einsprecher bemängelten Anzahl Parkplätze auf das
öffentliche Silvretta-Parkhaus gegenüber hin.
Richard Bucher, Mitglied der Geschäftsleitung der Guyan + Co. AG, gibt zu verstehen, dass weder bei den Parkplätzen noch der Grösse des Bauwerkes das letzte Wort gesprochen sei, zumal das konkrete Baugesuch erst nach Bereinigung des Quartierplans an die Hand genommen werden könne. In der Überzeugung, dass die Einsprache juristisch wenig Gewicht hat, werden die Investoren Bucher zufolge keine Einigung mit der Gegenpartei anstreben.
Die zweite Einsprache zielt auf den vorgeschlagenen Kutschenstandplatz am Anfang des Rathausstutzes und die für die Anwohner damit verbundenen Emissionen. «Auf diese Einsprache haben wir keinen Einfluss», sagt Bucher, «es ist Sache der Gemeinde, eine Lösung zu finden.» Das stimmt nicht per se, ein Vertrag mit den Kutschern besteht nämlich keiner. Ergo müsste niemand eine Lösung suchen. «Da die Kutscher aber im Interesse der Öffentlichkeit das touristische Angebot von Davos bereichern, setzt sich die Gemeinde für eine zufriedenstellende Lösung ein», erklärt Landammann Hans Peter Michel. Werde der Einsprache allerdings stattgegeben, sei es äusserst schwer, eine Standort-Alternative auf dem Bahnhofareal zu finden, bestätigt er. Zur Beschleunigung des Quartierplanverfahrens die «Kutschengeschichte» isoliert zu behandeln, stehe für die Gemeinde nicht zur Diskussion.

 

«Synergien nutzen»
Bei der RhB zeigt man sich weiterhin optimistisch, die Arbeiten an Bahn- und Publikumsanlagen gleichzeitig mit jenen der IG «Mainstation» in Angriff nehmen zu können. «Das wäre das einzig Sinnvolle, denn damit können Synergien bei Planung wie Ausführung genutzt werden», sagt Silvio Briccola, Stellvertreter des Vorsitzenden der RhB-Geschäftsleitung. Zudem wolle man «eine ewige Baustelle» vermeiden. Sollte sich aber eine markante Verzögerung des «Mainstation»-Projekts abzeichnen, wolle man «entkoppelt» im Frühjahr 2011 mit den Vorarbeiten beginnen. Die RhB rechnet mit einer Bauzeit von bis zu vier Jahren.

 

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