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Die Rhätische Bahn hat für eine Verbesserung der Linie Landquart–Davos ebenso kühne wie rein technisch machbare Ziele: Wenn wirklich alles optimal läuft, wird die Reise nach Zürich bald schon weniger als zwei, jene nach Landquart deutlich weniger als eine Stunde dauern.
Hans Zimmermann
Marc-Andri Leuthold, Strategischer Unternehmensentwickler, sowie Peider Härtli, Mediensprecher der Rhätischen Bahn, gaben der «DZ» Auskunft über den Stand der Dinge. Sie warnten zwar vor übertriebener Euphorie, nannten klar auch die nötigen und alles entscheidenden Prämissen. Aber ebenso klar vermittelten sie, dass die RhB fast sofort mit dem Ausbau beginnt, wenn die nötigen Voraussetzungen gegeben sind.
Knackpunkt Halbstundentakt
Praktisch alles hange von der Einführung des Halbstundentakts zwischen Zürich und Chur durch die SBB ab. Denn wenn derselbe definitiv komme – was zu hoffen sei –, werde die Rhätische Bahn ihrerseits noch so gern genötigt sein, das Beste aus einer sich neu ergebenden Situation zu machen. Also gelte es, durch bauliche Massnahmen Schwerpunkte zu setzen, die einem möglichst grossen Teil des Gesamtnetzes zu- gute kämen. Und das wiederum könne nur die Prättigauer Linie sein, die als Zubringer zu vielen der grossen Tourismusdestinationen diene. Man denke dabei nicht an eine durchgehende Doppelspur zwischen Landquart und Davos: Mit gezielten baulichen Massnahmen an fünf Stellen auf der Strecke sei es nämlich möglich, fast ebenso effizient zu arbeiten.
Fünf mögliche Elemente
Dauert eine Zugfahrt heute von Davos nach Landquart 68 Minuten, so sei es erklärtes Ziel, dieselbe auf 50 bis 55 Minuten zu drücken. Die folgenden Elemente müssten dabei zum Tragen kommen: Der Halbstundentakt ab Landquart im Einklang mit den SBB. Linienanpassungen in Grüsch und in Fideris, Doppelspur Klosters Platz – Klosters Dorf, neuer Tunnel Klosters–Davos. Konkret sind das vor allem zwischen Klosters und Landquart Begradigungen, Tunnelsanierungen, Kreuzungsstellen und neue Blockstellen (kürzere Blöcke im Netz), damit eine dichtere Zugsfolge erreicht werden kann. Selbstverständlich macht man sich bei der RhB auch Gedanken über den zeitlichen Rahmen, der – wenn wirklich alles optimal abläuft – wie folgt aussehen kann: 2008 Vorprojekte, 2012/13 erste Etappen verwirklicht, 2021/22 Eröffnung auch des neuen Tunnels nach Davos.
Bedarf und Finanzierung
Der Bedarf sei aus Sicht der RhB zweifellos gegeben, so Leuthold und Härtli unisono: Die Wachstumstendenz im Personenverkehr sei ungebrochen und stark, jene beim Autoverlad leicht steigend. Der Erfolg am Vereina bestätige, dass man auf dem richtigen Weg sei. Eine Kapazitätssteigerung insbesondere zwischen Klosters und Landquart sei indes dringend notwendig. Zwar gebe ein operatives Spitzenergebnis im Jahr 2007 (12,9 Millionen Franken) die Gewissheit, dass man auf dem richtigen Weg sei. Es seien auch Rückstellungen möglich geworden. Aber über eines müsse man sich im Klaren sein: Ohne den finanziellen Tropf aus Bern gehe es nicht.
Der Vereina-Tunnel beispielsweise sei à fonds perdu von Bern bezahlt worden und habe sich als gut und wirtschaftlich ebenso wie volkswirtschaftlich als sinnvoll und effizient erwiesen. Und die gleichen Argumente könnten unsere politischen Vertreter in Bern mit gutem Grund auch für den Ausbau der Prättigauer Linie anbringen, denn Tourismus lebe von Verbindungen.