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Das «Wie», nicht das «Ob»

02.03.2009 Archiv Davoser Zeitung

Am Freitag haben die ersten Asylsuchenden – 25 an der Zahl – ihre Bleibe im Schiabach-Quartier bezogen. Hierbei handelt es sich um Bewohner des Transitzentrums Flüeli in Valzeina. Auch die Flüeli-Betreuer um Zentrumsleiter Ernst

 

Marlène Clemenz

 

«Damit erwischen wir gleich drei Fliegen mit einer Klappe», ist Beda Egger, Abteilungsleiter Asyl und Massnahmenvollzug des Kantonalen Amts für Polizeiwesen und Zivilrecht, überzeugt. Noch stecke man nämlich mitten in der Personalrekrutierung. Sobald das Betreuerteam für das Transitzentrum am Schiabach gefunden sei, würden die beiden Flüeli-Betreuer und Zentrumsleiter Ernst Wüst wieder nach Valzeina abgezogen. «Wir hoffen, dass wir bereits Mitte März damit anfangen können, die ersten neuen Mitarbeiter ins Tagesgeschehen zu integrieren», so Egger. Für die Betreuung des Transitzentrums in Davos, welches im Extremfall 115 Asylsuchenden Platz bieten kann, sind 500 Stellenprozente vorgesehen.

 

Suche geht weiter
Mit den übrigen «zwei Fliegen» spricht Egger die Entspannung der Platzsituation im Kanton Graubünden sowie die gebotene Möglichkeit, im Flüeli Renovations- und Umbauarbeiten an die Hand zu nehmen, an. Mit der Inbetriebnahme des Durchgangszentrums in Davos am vergangenen Freitag sowie der Aufstockung des Erstaufnahmezentrums in Chur im Dezember auf rund 180 Plätze verfügt Graubünden nun über rund 500 Plätze zur Unterbringung von Asylsuchenden. «Wir suchen allerdings noch immer nach weiteren Unterkünften», stellt Egger klar.

 

Wer und wie?
Jene 25 Asylsuchenden, die am Freitag ins Transitzentrum beim Schiabach eingezogen sind, stammen vorwiegend aus Krisengebieten wie Somalia, Eritrea oder Sri Lanka. Man werde versuchen, möglichst keine Familien mit schulpflichtigen Kindern in Davos einzuquartieren, so Egger. Diese würden vorwiegend im Transitzentrum Löwenberg in Schluein, welches über eine integrierte Schule verfügt, untergebracht. Müsste das Durchgangsheim in Davos doch einmal schulpflichtige Kinder betreuen, so würde die Schule eine Vorlaufszeit von drei Monaten erhalten, erklärt Egger. Auch würden – entstünden den Schulen der Landschaft Davos daraus ausserordentliche Aufwände – diese vollumfänglich vom Kanton abgegolten.

 

«Davos ist als Standort geeignet»
Landammann Hans Peter Michel zeigt sich über die Übergangslösung beim Schiabach glücklich. «Wir sind nun nicht mehr in einer Phase, in welcher es ums ‹Ob› geht», erklärt er. «Jetzt geht es ums ‹Wie›». Mit der Crew um Ernst Wüst sei eine fachlich kompetente Betreuung der Asylsuchenden gewährleistet, und dies sei die Hauptsache.
Tatsächlich bringt Wüst 12 Jahre Know-how im Sozialbereich und 7 Jahre im Asylwesen mit. So war er bereits Leiter des Ausreisezentrums in Landquart sowie der Transitzentren auf der Lenzerheide und in Valzeina. Ein Erfahrungsschatz, der ihn zur Überzeugung bringt: «Davos ist als Standort für ein Durchgangszentrum geeignet. Die Befürchtungen, welche einige Davoser hegen, überraschen mich nicht. Sie werden sich aber rasch zerstreuen.»

 

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