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An der ordentlichen Generalversammlung des Handels- und Gewerbevereins Davos präsentierte Präsident Reto Müller einen starken, gut vernetzten und wachsenden Verein mit einem soliden Fundament. Er forderte aber zu vermehrter politischer Aktivität auf.
Thomas Günter
Als Einleitung verlas Präsident Reto Müller eine lange Liste von dem HGV neu beigetretenen Mitgliedern und begrüsste zahlreiche Gäste, worunter u.a. Christian Stiffler, Kleiner Landrat der Landschaft Davos Gemeinde, Dr. Thomas Spielmann, VR-Präsident, und Richard Bucher, Vizepräsident von Davos Tourismus, Jürg Zürcher, Präsident von Hotel-Gastro Davos und Ludwig Locher, Präsident Handelskammer und Arbeitgeberverband Graubünden. Bei der Erläuterung des Jahresberichtes wies Reto Müller auf die zum Teil enge Kooperationen mit Davos Tourismus hin, wo anlässlich des «jour fixe» regelmässige, ungezwungene Treffen stattfänden, an denen sich die «Gewerbler» allerdings noch stärker beteiligen sollten. Synergien ergäben sich über die gegenseitige Einsitznahme in den Vorstand auch mit Hotel-Gastro Davos.
Politisches Engagement gefordert
Im Hinblick auf die Wahlen vom kommenden 1. Juni hob Reto Müller die Wichtigkeit einer starken Vertretung des Gewerbes in der Politik hervor und forderte ein verstärktes Engagement. Die vom HGV portierten Kandidaten verdienten Unterstützung, egal welcher Partei sie angehören würden, so Müller. Dass der HGV auch politisch gefordert sei und bleiben werde, belegte er an Beispielen. Besonderes Engagement hätten im vergangenen Jahr die Vorschläge zur Beschränkung des Zweitwohnungsbaus gefordert, mit welchen sich der HGV intensiv befasst und mit einer Studie auch finanziell engagiert habe. Grundsätzlich befürworte der HGV eine massvolle Einschränkung des Zweitwohnungsbaus, so Müller, allerdings aus einer eigenen Motivation heraus. Ziel des HGV sei es nämlich, eine gleichmässige Auslastung des einheimischen Gewerbes zu erreichen und auch zukünftig Lehrstellen anbieten zu können. So gesehen habe man zur Zeit die Wahl zwischen einer schlechten und einer «ganz schlechten» Lösung. Politisch noch zu lösen sei das raumplanerische Problem der sehr begrenzt vorhandenen Gewerbezonen. Diesbezügliche Vorstösse von linker Seite seien jedenfalls mit Bedacht aufzunehmen – zu leicht gingen derartige Vorstösse nach den Wahlen wieder vergessen, warnte Müller.
HGV wächst weiter
Vorstandsmitglied Conrad Meisser zog eine positive Bilanz bei der Mitgliederwerbung: Im vergangenen Jahr habe das HGV-Sekretariat 300 Adressen direkt angeschrieben, woraus schliesslich 28 Neueintritte resultierten – dies bei nur 9 Austritten, von denen 6 auf die Aufgabe des Geschäfts zurückgingen. Unter dem Traktandum Wahlen wurde das bisherige Vorstandsmitglied Conrad Meisser per Akklamation zum Vizepräsidenten gewählt. Neu in den Vorstand Einsitz nehmen werden ferner Stefan Huber und Konrad Stiffler.
«Forschungs- und Kongressplatz»
Als Gastreferenten konnte Müller Frau Mary Gubser, Senior Course Organizer der AO Foundation, und Prof. Dr. Peter Matter begrüssen. Gubser zeichnete die nunmehr 50-jährige Geschichte der AO Foundation nach und legte dar, dass durch Kongresse und andere Anlässe der AO Foundation in Davos über 9 Mio. Franken Umsatz generiert werde. Der Löwenanteil daran entfalle auf den Hauptanlass im Dezember, welcher letztes Jahr 1734 Teilnehmer anzuziehen vermochte – dazuzuaddieren sind laut Gubser rund 400 Referenten, rund 600 Vertreter anderer Organisationen sowie etwa 860 Begleitpersonen. Mit dem Hinweis, dass dieses «Volumen» langsam die Grenzen des letztmals vor 10 Jahren erweiterten Kongresszentrums sprenge, leitete sie über zu den Ausführungen Matters über den Stand der Kongresszentrumserweiterung. Danach soll nach der bereits erfolgten Präqualifikation im Juni dieses Jahres das Projekt ausgewählt werden können. Baubeginn für die Kongresszentrumserweiterung wäre – vorbehältlich der Genehmigung durch den Souverän – schon 2009. Vor dem Hintergrund der Bedeutung des Kongresstourismus für das viel zitierte «Unternehmen Davos» eigentlich überflüssig anzumerken: Der HGV unterstützt das Vorhaben, wie Präsident Reto Müller abschliessend anmerkte.