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Doch obwohl der «Davos»-Schriftzug mit den traditionellen Davoser Farben Gelb und Blau eine bekannte Marke ist, nutzen ihn längst nicht alle. Für Markenfachleute ein eindeutiger Fehler.
Andreas Frei
«Davos im Zeichen des Sterns» titelte die Davoser Zeitung kürzlich. Grund dafür war ein Grossanlass des Autoherstellers Mercedes-Benz. Während der Veranstaltung waren das markante Logo und der Schriftzug der deutschen Automarke tatsächlich überall in Davos zu sehen. Auffällig war die Tatsache, dass der Auftritt im Interesse der Wiedererkennbarkeit überall gleich daherkam. Auch andere Top-Marken der Welt kennen diese Einheitlichkeit, egal ob nun Autos, Sportartikel oder Hamburger verkauft werden.
Sparsame Verwendung
In Davos kann man davon einstweilen nur träumen. Denn obwohl Davos – zusammen mit Klosters – unbestrittenermassen zu den Top-Destinationen gehört kann von einem einheitlichen Auftritt keine Rede sein. Sieht man sich etwa auf den Internetseiten zahlreicher Hotels in Davos um, auf Seiten also, die von vielen Gästen besucht werden, ist das wohlbekannte offizielle «Davos»-Logo nur selten zu finden. Der Destination Davos Klosters DDK ist dies ein Dorn im Auge. «Wir müssen es schaffen, dass die Leistungsträger die Marke gegen aussen vermehrt einsetzen, wenn die Destination nicht direkt involviert ist», sagt Markus Unterfinger, Leiter der Kommuni-kationsabteilung bei der Destination Davos Klosters. Man könne allerdings niemanden zwingen, mit dem Markenzeichen der Destination prominent und sichtbar zu arbeiten – dies im Gegensatz zu Konzernen wie etwa Mercedes-Benz. «Wir sensibilisieren unsere Leistungsträger aber immer wieder, dass sie die Marke ‹Davos Klosters› im direkten Kontakt mit ihren Kunden konsequent einbringen sollen, weil sie damit ‹auf einen Blick› von einer welt-bekannten Marke profitieren können – und auch umgekehrt die Marke durch ihren Betrieb, Serviceleistung angereichert wird. Externe Partner bestätigen uns in Gesprächen immer wieder, dass sie die Marke in Davos Klosters mehr wahrnehmen als in anderen Destinationen. Das ist ein guter Start», betont Unterfinger.
Wert einer einheitlichen Marke wird unterschätzt
Doch warum wird das Logo, welches seit 1988 – beziehungsweise in Kombination mit Klosters seit 2008 – ein-gesetzt wird, eher sparsam verwendet? Unterfinger sagt: «Unseres Erachtens denken die meisten in erster Linie an ihren Betrieb. Sie sind selten auf dem Markt und mussten bisher wenig aktiv verkaufen. Deshalb fehlt bei vielen das Bewusstsein für den Wertder Destinationsmarke Davos Klosters, obschon diese gerade in den Zeiten des Direktvertriebs übers Internet viel wichtiger geworden ist. Der Gast entscheidet sich in den meisten Fällen zuerst für Davos Klosters und nachher für einen Betrieb.»
Leute googeln Davos, nicht ein Logo
Dem mag Jürg Zürcher, Präsident des Vereins Hotel Gastro Davos, nur teilweise zustimmen: «Das Logo in jeden Internetauftritt einzubauen ist unserer Ansicht nach nicht zielführend. Wer sich für einen Aufenthalt interessiert, googelt ja das Wort Davos und nicht ein Logo. Dazu kommt, dass das Logo in verschiedene Internetseiten einfach nicht hineinpasst. Die Sunstar-Gruppe hat beispielsweise ihre eigene Corporate Identity. Die Seiten aller Hotels, egal wo sie stehen, sind gleich. So geht es auch anderen Betrieben.» Dies sei in keinster Weise gegen das Davoser Logo gerichtet. Auf den meisten Seiten sei das Logo ja unter den Partnerlinks, welche die Seitennutzer zur Destinations-seite führen, durchaus zu finden.
Verwendung wäre gratis
An den Kosten für die Verwendung kann es jedenfalls nicht liegen, dass nicht mehr Hotels, Gastro- und Gewerbebetriebe das Logo verwenden, denn dies ist kostenlos wie Unterfinger bestätigt: «Die Verwendung des Logos ist für Leistungsträger gratis, die korrekte Anwendung sollte aber eingehalten werden. Das Destinationslogo dürfen und sollten alle Genossenschafter verwenden, touristische Partner und auch Eventveranstalter – für die Verwendung des Logos gibt es ein Manual Corporate Design, mit dem man sich beim Download des Logos einverstanden erklärt.» Man fordere die Leistungsträger vor jeder Saison auf, die Destinationsmarke, aber auch Angebote wie Skipass geschenkt, Davos Klosters Inclusive und Active oder einen Saisonauftakt wie ‹Alpenfieber› prominent zu kommunizieren. «Dies wird leider nur von sehr wenigen Betrieben für den Gast sichtbar umgesetzt, obwohl genau diese Mehrwerte den Kaufentscheid beeinflussen», stellt Unterfinger fest.
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