Fertig Mist!
15.12.2011
Archiv Davoser Zeitung

Vor gut einem Jahr verabschiedete die Gemeinde Davos ein Gesetz, das den Kutschern die Entfernung des von den Pferden fallen gelassenen Mistes «innert nützlicher Frist» auftrug.
Offenbar war die Regelung nicht deutlich genug, denn ab Januar 2012 kommt es zu einer deutlichen Verschärfung der Vorschrift.
Barbara Gassler
«Ja, die ersten Kutscher experimentieren bereits mit Mistauffangsäcken», bestätigt der Präsident des Kutschenverbandes Davos, Johannes Müller. «Es werden aber auch weiterhin die bereits bewährten Güllenschöpfer oder Auffangnetze benutzt.» Dabei hält der Kutscher die Vorrichtung im Bedarfsfall direkt unter die Quelle des Mistes und entsorgt ihn anschliessend in einem mitgeführten Behälter. Dieses Vorgehen entspräche dann der neuen Bestimmung, die den Passus «Aufnahme innert nützlicher Frist» durch «Ausrüstung der Zugtiere mit einer Vorrichtung zur Auf- und Mitnahme des Pferdemistes» ersetzt. Mehrspännern, bei denen die Pferde hintereinander gehen, sollen gemäss den neuen Bestimmungen von einem Fahrzeug begleitet werden, von dem aus der Mist unmittelbar aufgenommen wird.
Grund für diese Verschärfung waren Reklamationen, die auch im vergangenen Jahr noch immer bei der Gemeinde eingingen. «Unser Ziel ist es denn auch, dass der Ort Davos sauber sein muss», stellt Müller klar. Nicht ganz so dramatisch sei die Situation in den Seitentälern Sertig und Dischma. «Da organisieren wir wie bis anhin zusätzlich eine Patrouille, die liegen gebliebenen Mist aufnimmt. Hier ändert sich am Vorgehen nichts.» Durch die neuen Bestimmungen sollte aber auch da weniger liegen bleiben. «Wenn wir abends unterwegs sind, sieht man die Misthaufen manchmal nicht, und sie werden erst am Folgetag aufgenommen.» Doch verändert hat sich offenbar das Bewusstsein der Kutscher für die Problematik: «Wir wissen, es darf nichts liegen bleiben.»
Standort am Platz…
Zusätzlich zur Problematik der Verschmutzung der Strasse hatten sich die Kutscher im Platz noch der Suche nach einem neuen Standplatz für ihre Gefährte stellen müssen. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde wurde nun an der Bahnhofstrasse Platz ein Kutschenumschlagplatz geschaffen. «Auf der Geraden haben wir drei Standplätze, die gemäss Absprache während maximal drei Stunden belegt werden dürfen», erklärt Kutscher Georg Pleisch. Weiter unten in der Kurve vor der Einmündung in die Talstrasse befinden sich drei weitere Standplätze, auf denen man sich aber während maximal einer halben Stunde aufhalten darf.
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