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Die traditionelle Exkursion der Kantonsplanerkonferenz (KPK) führte diesmal nach Davos. Am Freitagmorgen erfolgte eine Orientierung über stadtplanerische Schlüsselprojekte der Landschaft Davos Gemeinde.
Marianne Frey-Hauser
18 von 26 Kantonen waren an der diesjährigen Exkursion der Kantonsplanerkonferenz (KPK) vertreten. Mit dabei auch KPK-Präsident Christian Gabathuler, Leiter des Amtes für Raumordnung und Vermessung im Kanton Zürich, sowie der Chef Raumplanung aus dem Fürstentum Liechtenstein. Organisator des zweitägigen Ausflugs in die «höchstgelegene Stadt der Alpen» war Cla Semadeni, Vorsteher des kantonalen Amtes für Raumplanung, Chur.
Empfang in der «Grossen Stube»
Empfangen wurden die 22 KPK-Mitglieder von Landrätin Astrid Heinrich, Vorsteherin Hochbaudepartement der Landschaft Davos Gemeinde, von Gemeindearchitektin und Leiterin Hochbauamt, Cornelia Deragisch, sowie vom Puschlaver Raumplaner, Orlando Menghini, der im Auftrag des Kleinen Landrates Projekte zur Davoser Siedlungsentwicklung bearbeitet. Einleitend schilderte Landrätin Astrid Heinrich die Entwicklungsgeschichte von Davos vom Walserdorf über den Tb-Kurort bis zur heutigen Tourismusdestination und machte speziell auf die stattliche Zahl an architektonisch bemerkenswerten Bauten aufmerksam.
Imposante Projektliste
Beeindruckt von der Anzahl und Komplexität der Davoser Siedlungsprojekte zeigte sich die Kantonsplanergruppe nach der Orientierung durch Gemeindearchitektin Cornelia Deragisch.Erwähnt wurden das Projekt Campingplatz; der Bergbahnperimeter Parsenn, Jakobshorn und Rinerhorn; die Golfplatzerweiterung; die Suche nach Deponiestandorten, wo zurzeit noch zwei von elf Varianten weiterbearbeitet werden; die Gewerbezonen, die in Davos hauptsächlich darum so knapp seien, weil sich die Zone «Arbeiten und Wohnen» von 2001 als Flop erwiesen habe. Aus Renditegründen, so Deragisch, habe man diese Zonen für Wohn- statt Gewerbezwecke genutzt. Eine gewisse Entspannung erhoffe sich die Gemeinde nun durch den Erwerb des früheren Zeughausareals, das derzeit nur vom WEF genutzt werde. Auf der Projektliste von Cornelia Deragisch standen weiter das Bahnhofareal Davos Platz; die Standortsuche nach einem Heli-Landeplatz; die regionale Richtplanung; die nachhaltige Nutzung der einstigen Kurbetriebszone; die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe mit Arbeitsplätzen analog der geplanten «Wäscheria» in Glaris; die (derzeit sis-tierte) «Wohnzone Wald»; die Reorganisation der Wildruhezone und das Zweitwohnungsproblem, wo man die Planungszone verlängert habe. Positiv, so Cornelia Deragisch, sei die jetzt erfolgte Einreichung des Baugesuchs für das futuristische Luxushotel Stillipark, das Ende 2011 fertiggestellt sein dürfte.
Prallvolle Planer-«Werkstatt»
Zum Schluss erlaubte Raumplaner Orlando Menghini den Anwesenden einen Blick in die prall mit Siedlungsprojekten gefüllte Davoser «Planerwerkstatt». Anhand der drei Beispiele Kurbetriebszonen, Bergbahnperimeter und Zweitwohnungsbau schilderte er die wichtigsten planerischen Herausforderungen.
Seit den Klinikschliessungen von 2004, so Menghini, seien die Kurbetriebszonen gewissermassen die «Industriebrachen» von Davos. Angesichts ihrer grossen Flächen sei deren Nutzungspotenzial hoch. Denkbar sei die Ansiedlung von Klinikeinrichtungen, Schulen, Hotels oder Forschungsstätten. Viel Potenzial hätten auch die Bergbahnperimeter Parsenn, Jakobshorn und Rinerhorn. «Das sind beträchtliche Landreserven an zentralster Lage.» Zuvor müssten allerdings die Verkehrsprobleme gelöst werden. Im Bereich Parsenn/Seehof-Seeli lägen bereits kreative Ideenskizzen vor. Eingehend befasste sich Menghini dann mit dem Zweitwohnungsbau. «Politische Initiativen wollen drastische Einschränkungen.» Liberalere Lösungen seien nicht in Sicht. Die Nachfrage nach Zweitwohnungen bleibe aber hoch. Nicht selten flössen die Verkaufserlöse aus Davos ab. Das sei ebenso wenig im Sinn des Kleinen Landrates wie der rasche Baulandverbrauch, die Preissteigerungen und die vielen «kalten Betten». Die Davoser Behörden hätten ihre Ziele bezüglich Siedlungsplanung klar formuliert. «Angestrebt wird eine Nutzung, die der Davoser Volkswirtschaft langfristig einen möglichst grossen, wiederkehrenden Nutzen bringt.» Nachhaltigkeit, nicht kurzfristige Gewinnoptimierung sei das Ziel, betonte Menghini.
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