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Vor rund drei Wochen hat der Kleine Landrat ein Quartierplanverfahren zur Neugestaltung des Areals beim Bahnhof Davos Platz eingeleitet. Wie bereits berichtet, wollen die Rhätische Bahn, die Gemeinde Davos und eine Vereinigung von Investoren das ganze Gebiet städtebaulich weiterentwickeln. Die «Davoser Zeitung» erkundigte sich nach dem Stand der Arbeiten.
Thomas Günter
Das Areal, das nun zur Disposition steht, umfasst das Gebiet zwischen der Talstrasse und Perron 1 des bestehenden Bahnhofs und reicht von der Liegenschaft «La Carretta» bis etwa zur Verzweigung Talstrasse / Rathausstutz. Der ausgeschiedene Perimeter ist somit von den Parzellen des Hotels Terminus und dem ehemaligen «Caprice» durch die Talstrasse getrennt. In einem aufwendigen Verfahren haben sich zunächst elf Masterstudenten der Hochschule für Technik und Architektur (HTA) Chur mit der Gestaltung dieses Quartierplanperimeters beschäftigt. Aus den daraus resultierenden elf Vorschlägen haben die beteiligten Akteure RhB, Gemeinde und die Investorengruppe «EG Mainstation» mittlerweilen drei Projekte favorisiert, die in der nächsten Zeit noch genauer geprüft werden. Ziel aller drei Projekte ist es, die bestehende «Brache» beim Bahnhofplatz zu beleben, wie Paul Sprecher, Inhaber der Sprecher Architektur AG, mitteilte.
Lang oder hoch – das ist die Frage
Das erste Projekt sieht zwei parallel zur Talstrasse verlaufende drei- bis viergeschossige und rund 85 Meter lange Baukörper vor, die durch eine zwischen beiden Gebäuden liegende sogenannte Erschliessungszone in der Höhe des zweiten Geschosses miteinander verbunden sind. Als Nutzungen für die rund 4400 m2 Bruttogeschossfläche kommen vorab Ladengeschäfte und gewerbliche Nutzungen, allenfalls ein Restaurationsbetrieb, weniger aber Wohnungen in Frage. Der zweite Gestaltungsvorschlag besteht aus nur einem, ebenfalls relativ tief gehaltenen und das bestehende Bahnhofgebäude nur wenig überragenden, rund 95 Meter langen Kubus mit Aufbauten (ca. 4000 m2 Bruttogeschossfläche). Entstehen könnten beispielsweise Büros, Arztpraxen, Gewerbe- oder Schulungsräume. Auch hier steht die Wohnnutzung im Hintergrund. Die dritte Überbauungsvariante würde eine deutlich kleinere Grundfläche beanspruchen. Dennoch wäre bei diesem Vorschlag die Bruttogeschossfläche mit rund 5400 m2 am höchsten. Diskutiert wird über ein eigentliches Hochhaus mit rund 11 bis 15 Geschossen, das neben den bereits genannten Nutzungen auch Wohnungen enthalten könnte.
Gemeinsamkeiten – Unterschiede
Bei allen drei Lösungen würde das Perron der RhB Richtung Unterschnitt verlängert und überdacht. Die beiden ersten Projekte beanspruchen eine grössere Grundfläche, was dem Vernehmen nach die bestehenden elf Carparkplätze von «Davos Klosters Mountains» tangieren würde. Die «Hochhauslösung» würde die bestehenden Carparkplätze weniger tangieren und liesse Spielraum für eine wie immer geartete Gestaltung der neu entstehenden Freifläche. Allerdings bedingt diese «Hochhauslösung» eine Änderung des Baugesetzes beziehungsweise der Zonenordnung, was wegen der dazu nötigen Volksabstimmung das Verfahren verlängern würde. Die ersten zwei Projekte entsprechen geltendem Recht und könnten – so sich die Parteien denn einigen – sofort umgesetzt werden. Man darf gespannt sein. Die «Davoser Zeitung» bleibt am Ball.
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