Neues Forschungsinstitut für Davos?
14.08.2008
Archiv Davoser Zeitung
Der Kleine Landrat beantragt 1 Million Franken unter dem Titel Wirtschaftsförderung
Bevölkerungswachstum, zunehmende Globalisierung und Urbanisation führen zu immer komplexeren Risiken. Um damit zukünftig besser umzugehen, braucht es neue Strategien und eine weltweit koordinierte Zusammenarbeit. Dieser Thematik widmet sich das Global Risk Forum (GRF) Davos, das Ende dieses Monats in Davos einen internationalen Kongress mit gegen 1000 Teilnehmern organisieren wird. Nun soll die Institution ausgebaut werden.
Thomas Günter
Das Global Risk Forum (GRF) will das weltweit bestehende Wissen über den Umgang mit und die Prävention von Katastrophen verbessern und Methoden des Risikomanagements weltweit zugänglich machen. Dies auch im Hinblick auf die zu erwartenden Klimaveränderungen. Das GRF Davos verfügt über ein grosses Netzwerk internationaler Experten, Politiker und Praktiker und arbeitet mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen.
Bereits erfolgreich tätig
Aufgebaut wurde das GRF von Dr. Walter J. Ammann, vormals Institutsleiter des Eidg. Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF Davos und stv. Direktor der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL, Birmensdorf, der den internationalen Kongress demnächst zum zweiten Mal in Davos durchführt. Zurzeit arbeiten rund 8 Personen im Auftrag des GRF in den Räumlichkeiten des Eidg. Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF).
Aufbau eines Instituts
Das GRF soll nun ausgebaut werden zu einem eigentlichen «Risiko-Institut» mit eigener Geschäftsstelle und Sekretariat in Davos. Dazu wird nun eine Stiftung gegründet, an der sich nebst Bund und Kanton auch die Gemeinde Davos beteiligen will. Da das GRF Davos bereits mit grossem Erfolg internationale Kongresse durchführt, bedeutet seine Ansiedlung in Davos nach Ansicht des Kleinen Landrates eine Stärkung des Forschungsstandortes, wie dies auch das Leitbild vorsieht.
Anschubfinanzierung
Das GRF sieht ein minimales Stiftungskapital von Fr. 1 Mio. vor. Der Bund will sich mit Fr. 500000.– am Stiftungskapital sowie mit jährlichen Betriebsbeiträgen von Fr. 250000.– beteiligen. Der Kanton Graubünden unterstützt das GRF Davos mit einem einmaligen Beitrag an das Stiftungskapital von Fr. 250000.– sowie mit einem Beitrag an die Betriebskosten während fünf Jahren von jährlich Fr. 150000.–. Dies unter der Bedingung, dass die Landschaft Davos Gemeinde sich ebenfalls «in mindestens gleichem Umfang» beteiligt und dass die Gemeinde im GRF-Stiftungsrat Einsitz nehmen wird. Bedeutende Firmen der Versicherungs- und Kommunikationsbranche haben ebenfalls Interesse bekundet und eine finanzielle Beteiligung zugesagt.
Leistungsvereinbarung
Die Unterstützungsbeiträge seitens der Gemeinde werden an konkrete Bedingungen geknüpft. Dabei soll mit dem neuen Forschungsinstitut eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen werden, damit die Landschaft Davos Gemeinde einerseits eine gewisse Sicherheit erhält, dass die von ihr bezahlten Mittel auch die gewünschte und nachhaltige Wirkung für die Gemeinde erzielen und andererseits das Forschungsinstitut über eine mehrjährige, feste Zusicherung der Beiträge verfügt. Nächste Woche kommt das Geschäft vor den Grossen Landrat, welcher abschliessend entscheidet.
Hier klicken für gesamte PDF-Ausgabe