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Für die «Davoser Zeitung» fasste er seine Gedanken zum auslaufenden Jahr in Worte und verabschiedet sich damit als Landratspräsident von der Davoser Bevölkerung.
Florian Kamnik
In den letzten Monaten habe ich unsere Politik als Ganzes sehr oft hinterfragt und mich mit ihr intensiver als früher beschäftigt. Ich habe mich gefragt, warum die Bevölkerung so wenig Interesse an der
Politik zeigt und warum die Stimmbeteiligungen mitunter sehr tief sind; warum kaum jemand persönlich den Mut aufbringt und zu einem brisanten Thema öffentlich Stellung bezieht. Schliesslich kennen wir die direkte Demokratie! Ich habe mich gefragt, warum wir als Landräte meist Schelte und kaum Anerkennung für unsere Arbeit bekommen. Falsche Entscheidungen werden in der Wirtschaft wie auch in der Politik immer wieder getroffen. In unserer schnelllebigen Zeit können sich Situationen und Erkenntnisse rasch ändern. Plötzlich erscheinen Dinge in einem anderen Licht, Strategien müssen überdacht und erneut bearbeitet werden. Daher ist es notwendig, getroffene Verfügungen nochmals zu diskutieren und eventuell zu korrigieren. Das braucht viel Zeit und ist für Stimmbürger und Regierung oft mühsam und manchmal schwer nachvollziehbar.
Einzelne machen Mut
Oft hätte ich am liebsten resigniert und «Dienst nach Vorschrift» geleistet. Doch immer wieder haben mich einzelne Stimmen motiviert, gemeinsam mit ihnen weiterzumachen und den Mut nicht zu verlieren. Diese Stimmen kamen meist von Ratsmitgliedern des Grossen und Kleinen Landrats sowie von der FDP Davos! Aber egal aus welcher Partei, alle haben mir ehrlich bewiesen, dass sie sich nach bestem Wissen und Gewissen für Davos einsetzten, dass sie Davos lieben und es für unsere Nachkommen pflegen und hegen möchten! Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken! Ich freue mich, nächstes Jahr wieder als «normaler» Landrat arbeiten zu können, um im Gremium mit allen gemeinsam Wege durch die Zukunft zu finden.
Respekt gewonnen
Landratspräsident sein zu dürfen war mir eine grosse Ehre und Freude! Ich durfte interessante Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Sport etwas näher kennenlernen. Auch konnte ich hinter die Kulissen der professionellen Politik sehen und viel lernen. Und ich muss gestehen, dass ich nach diesem Jahr einen wesentlich grösseren Respekt vor der Arbeit unserer Exekutive und der Verwaltung habe als vorher.
Von Herzen wünsche ich uns allen ein harmonisches Jahresende. Das neue Jahr möge uns Gesundheit und Frieden bescheren.
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