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Waldbrände als permanente Gefahr

24.07.2008 Archiv Davoser Zeitung

Vorsicht beim Umgang mit Feuerwerk am kommenden 1. August

 

Infolge des niederschlagsreichen Sommers besteht am kommenden Nationalfeiertag sicher keine akute Waldbrandgefahr. Dennoch ist im Umgang mit Feuerwerkskörpern Vorsicht angezeigt – und dies nicht nur, aber insbesondere in Waldnähe.

 

Thomas Günter

 

«Waldbrände sind keine akute, sondern eine permanente Gefahr», so Kantonsförster Reto Hefti. Und tatsächlich: zwischen 1981 und 2007 ereigneten sich in Graubünden 510 Waldbrände, im Durchschnitt immerhin 20 pro Jahr, die meisten davon auf der Alpensüdseite.

 

Sorglosigkeit häufigste Ursache
Im Jahrhundertsommer 2003 entzündeten sich in Graubünden gar über 30 Waldbrände auf der Alpennordseite. Zwar werden rund 30 Prozent aller Waldbrände durch Blitze ausgelöst. Über die Hälfte ist aber auf den unvorsichtigen Umgang mit offenem Feuer zurückzuführen. Vielfach werden Picknickfeuer ungenügend gelöscht oder an ungünstigen Orten entfacht. Das sorglose Wegwerfen von Zigaretten und Feuerzeugen ist ebenfalls immer wieder Ursache. Dazu kommen Brandstiftung und Funkenwurf bei elektrischen Leitungen und Eisenbahnen – oder eben Feuerwerk. Etwa 10 Prozent aller Fälle bleiben ungeklärt.

 

Vorab wirtschaftliche Gründe
Der aussergewöhnlich heisse Sommer 2003 könnte als Indiz herhalten, dass die Klimaerwärmung zu mehr Waldbränden führt. Doch weit häufiger sind andere, wirtschaftliche Gründe auszumachen: In den letzten Jahrzehnten sammelte sich als Folge veränderter Rahmenbedingungen in Wäldern, auf Wiesen und Weiden viel brennbares organisches Material an. Bei der Waldpflege und Holznutzung bleibt aus betriebswirtschaftlichen und ökologischen Gründen erheblich mehr Restholz im Wald zurück als früher. Zudem werden immer weniger Wälder systematisch und flächendeckend bewirtschaftet, sodass sich reservatsähnliche Waldflächen mit zunehmendem Totholzanteil entwickeln.

 

Aktuelle Gefährdung im Internet
Die Überwachung und Beurteilung der Waldbrandgefahr ist eine Daueraufgabe der Forstdienste. Neben der unentbehrlichen Überwachung vor Ort durch Forstleute, Feuerwehren und Gemeindebehörden steht das speziell für Graubünden entwickelte Waldbrandprognosesystem Incendi zur Verfügung, das die Waldbrandgefahr im Internet darstellt. Doch selbst wenn – wie zurzeit – im ganzen Kanton Graubünden wegen der gefallenen Regenmengen eine kleine Waldbrandgefahr herrscht, soll mit Feuerwerk vorsichtig umgegangen werden. Die Waldbrandgefahr wird bei Sonnenschein und milden Temperaturen wieder ansteigen, insbesondere bei starken thermischen Winden oder Föhnlagen.
 

 

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