Mit Wissen und Forschung zur Ganzjahresdestination
20.07.2010
Archiv Davoser Zeitung

Seit rund fünf Jahren werden die Interessen und die Entwicklung des Wirtschaftsfaktors «Bildung und Forschung» in der Landschaft Davos durch die Wissensstadt Davos koordiniert und unterstützt. Diese Aufgaben werden nun definiert
Mit Wissen und Forschung zur Ganzjahresdestination
Seit rund fünf Jahren werden die Interessen und die Entwicklung des Wirtschaftsfaktors «Bildung und Forschung» in der Landschaft Davos durch die Wissensstadt Davos koordiniert und unterstützt. Im Rahmen der Neuen Regionalpolitik hat die Gemeinde Davos erstmals mit dem kantonalen Amt für Wirtschaft und Tourismus (AWT) eine Leistungs-vereinbarung abgeschlossen, welche diese Aufgaben nun definiert und die finanziellen Rahmenbedingungen festlegt.
Barbara Gassler
«Ich sehe Kongresse als eines der Vehikel, mit denen Davos zu einer 10-Monats-Destination gemacht werden kann», erklärt Thomas Spielmann, Präsident der Davos Destinations-Organisation (DDO). Diese gehört zusammen mit der Gemeinde und der Wissensstadt Davos zu den Unterzeichnern einer Leistungsvereinbarung, mit welcher der Bildungs- sowie der Forschungs- und Entwicklungsstandort Davos weiter vorangetrieben werden soll. Die Absichten dahinter sind ganz pragmatisch wirtschaftlich ausgerichtet. Da gibt es zum einen den Forschungsstandort, der auf der einen Seite zahlreiche hochqualifizierte Arbeitsplätze zur Verfügung stellt und gleichzeitig Teil eines weltweiten Netzwerkes ist. Diesem Netzwerk entspringen regelmässig wichtige und sich wiederholende Kongresse, welche dann im Davoser Kongresszentrum durchgeführt werden können. Jüngstes Beispiel sind die Kongresse WIRM über Immunologie, organisiert durch das Schweizerische Institut für Allergie- und Asthmaforschung SIAF und die International Disaster and Risk Conference IDRC des Global Risk Forums Davos. Beide Kongresse bringen jeweils für eine Woche zwischen 800 und 1000 Personen nach Davos. Daher diese eindeutige Hinwendung der Tourismusorganisation zur Forschungsdestination Davos.
Bildung als Wirtschaftsmotor
Auf der anderen Seite gibt es auch den Bildungssektor mit seinen verschiedenen Schulen und den Instituten, wo Hochschulnachwuchs seine Studien abschliessen oder sich weiterbilden kann. Oder eben auch Kongresse, sei es die Fortbildungsveranstaltung der Deutschen Bundesärztekammer, übrigens einer der ältesten in Davos durchgeführten Kongresse, oder die wohl grössten dieser Veranstaltung, die
AO-Kurse. Beide profitieren gleichzeitig vom exzellenten Ruf des Bildungs- und Forschungsplatzes Davos und können dabei auf die Expertise und die Infrastruktur hiesiger Institutionen zurückgreifen.
Untrennbar verbunden
Nachdem die Wissensstadt Davos sich in den letzten fünf Jahren als zentrale Stimme des Forschungs- und Bildungsplatzes Davos positionieren konnte, sei es in einem nächsten Schritt darum gegangen, auch für die kommenden Jahre eine sichere Basis zu schaffen, erklärt Spielmann, der auch Präsident von Wissensstadt Davos ist. Diese Ämterkumulation sei übrigens kein Zufall. Vonseiten DDO habe man damit die enge Interessenbindung unterstreichen wollen und ihn darum gebeten, diese Funktion zu übernehmen, wird klargestellt.
«Mit der nun in Kraft getretenen Leistungsvereinbarung soll ermöglicht werden, die in den letzten Jahren initiierten und lebendigen Projekte weiterzuführen und neue in die Tat umzusetzen. Zentral dabei ist der Aufbau des Campus Davos», beschreibt die Leiterin der Wissensstadt Davos, Britta Allgöwer, die abgeschlossene Leistungsvereinbarung, welche eine willkommene und notwendige Diversifizierung in der Standortent-
wicklung von Davos ermöglichen soll.