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«Eine Demonstration der Stärke»

17.05.2010 Archiv Davoser Zeitung

Experten und ein zahlreiches, interessiertes Publikum waren sich nach der Bezirksviehschau vom Samstag in Frauenkirch einig: Das war eine bäuerliche Demonstration der Stärke. 23 Züchter aus der Landschaft brachten 148 Tiere in den Wettbewerb. Siegerin und damit «Miss Davos» wurde die Erstmelkkuh Pepita von Florian Schamaun.

 

Hans Zimmermann

 

Zunächst dies: Wenn das Wetter den ganzen Sommer über derart «bauernfreundlich» mitmacht, wie es dies am Samstag praktisch den ganzen Tag über tat, dann wird das ein guter Sommer. Der Rahmen stimmte also, der Publikumsaufmarsch auch, und die Davoser Züchter zeigten wirklich das Allerfeinste aus ihren Ställen.

Kühe mit Hochleistung

 

Tatsächlich etliche der aufgeführten Kühe haben einen Leistungsausweis von über 10000 Liter Milch pro Jahr, zwei von ihnen lagen gar bei der 12000er-Marke. Man rechne: Bei 300 Laktationstagen ergibt dies eine durchschnittliche tägliche Milchleistung von 40 Litern. Wer nun glaubt, das seien «hochgepäppelte vierbeinige Milchfabriken», der irrt: Natürlich kriegen sie nebst Heu auch Kraftfutter, gequetschte Gers-te, Kartoffeln vielleicht – doch sonst ist da nichts. Die Davoser Züchter achten auf die Gesundheit ihrer Tiere, und deshalb werden sie auch fast ausnahmslos gealpt. Das Geheimnis liegt in der sorgfältigen Züchtung: Mit möglichst eigenen Zuchtlinien versucht der Züchter die guten Gene stets zu veredeln. Florian Schamaun hält sogar eine eigene Zuchtstierlinie: Ein risikoreiches Unterfangen, wie er sagt – doch die Ranglisten beweisen, dass es sich lohnt.

 

Ein starkes Niveau

 

Paul Caduff aus Morissen und Marco Bettini aus Sent, beides anerkannte Viehexperten, bescheinigen den Davoser Züchtern ein starkes Niveau, das den Vergleich auch schweizweit nicht zu scheuen brauche. Die Davoser Viehschau sei auch deshalb so erfreulich, weil viele Züchter mitmachten, weil sie jung erscheine, erfrischend, und weil man hier Freude und Zukunft spüre. Genauso seien auch die Tiere: gesund, gepflegt und berggängig. So hätten sie auch die junge Kuh Pepita nicht zufällig zur «Miss Davos» gewählt:
Eine lebendige, stolze Haltung werde eben entsprechend belohnt.

 

Alles paletti also?

 

Und doch gibt es auch Wolken am Davoser Bauernhorizont: Präsident Thomas Hartmann verhehlt nicht, dass er gerne auch die Mutterkuhhalter an der Ausstellung gesehen hätte: Etwas mehr Solidarität hätte dem Fest nicht geschadet. Und dann hängt da über allem noch das Damoklesschwert des Milchpreises. OK-Präsident Schamaun spricht Klartext: «Wir haben eine Chance – aber nur eine. Diese besteht darin, dass wir unsere Milch veredeln. Dass wir in einer sehr guten Davoser Molkerei mit sehr guten Leuten und sehr guten Strategien sehr gute Produkte herstellen, die wir unter sehr guten Rahmenbedingungen in einem sehr guten Absatzgebiet vermarkten können.»

 

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