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Mutationen im Vorstand des Handels- und Gewerbevereins Davos (HGV): Anlässlich der GV vom Montagabend im «Terminus» traten Präsident Reto Müller sowie die Revisoren Ruedi Bebi und Toni Steck zurück. In seinem Jahresbericht betonte Müller die Wichtigkeit politischer Einflussnahme und forderte die Davoser Exekutive wiederholt auf, einen Masterplan auszuarbeiten.
Marlène Clemenz
Geht es um lokalpolitische Themen, ist die Forderung des HGV klar: ein Masterplan muss her! Ein Schlüsselwort, das zu erwähnen Vereinspräsident Reto Müller anlässlich der GV vom Montagabend, die aufgrund der Frühlingsferien mit rund 40 Besuchern und nur der Hälfte der Vorstandsmitglieder ungewöhnlich rar besetzt war, nicht müde wurde. Ob beim Stichwort Zweitwohnungsbaubeschränkung, Verzichtsprogramm, Investitionen, Schuldenabbau, Personalführung oder Liegenschaftensteuer, ob mit den Entscheidungen der politischen Gremien einverstanden oder nicht: «Der Kleine Landrat muss endlich eine Gesamtstrategie für die Entwicklung der Landschaft Davos ausarbeiten, wie dies auch der Kanton wünscht», betonte Müller, der seit vergangenem Jahr der FDP Davos vorsteht.
«Submissionsverordnung noch mehr ausreizen»
In seinem Jahresbericht blickte er vor allem nach vorne und bat die HGV-Mitglieder eindringlich, sich für die KMU-Initiative sowie die Initiative «für drei Kleine Landräte im Vollamt» einzusetzen. Ein Zeichen setzen sollen die Gewerbler auch am 13. Juni, wenn die Beschränkung des Zweitwohnungsbaus mit einer jährlichen Kontingentierung von 6500 m2 Bruttogeschossfläche zur Abstimmung kommt. «Das vom Grossen Landrat verabschiedete Baugesetz ist gut. Reagieren wir, bevor uns der Kanton die Möglichkeit dafür nimmt!»
Fordernd zeigt sich der HGV, wenn es um die Arbeitsvergabe der öffentlichen Hand geht. «Wir erwarten von der Gemeinde, dass sie die Submissionsverordnung noch mehr ausreizt, zumal Arbeitsvergaben an einheimische Unternehmen nicht nur für die Sicherung der Arbeitsplätze und Lehrstellen wichtig sind, sondern in Form von Steuereinnahmen auch der Gemeinde einen direkten Nutzen bringen.»
Ein satter Reingewinn
Erfreuliches konnte Müller zur finanziellen Situation des Vereins verkünden: Massgeblich dank der Davoser Mäss vom vergangenen November schliesst die Jahresrechnung mit einem stattlichen Reingewinn von knapp 19300 Franken. Weiter gab Müller drei Demissionen bekannt. Seine eigene – aus Zeitgründen – sowie jene der zwei Revisoren Ruedi Bebi und Toni Steck, welche beide über ein Jahrzehnt für den HGV tätig waren. Zu ihren Nachfolgern ernannt wurden der Treuhänder und ehemalige FDP-Landrat Christian Markutt sowie Christian Meuli, Leiter der GKB, Region Davos. Müller, der den HGV sieben Jahre lang präsidierte, bleibt weiter im Vorstand. Sein Nachfolger wird Vizepräsident Conrad Meisser – für ein Jahr. Denn neu soll im HGV im Einjahresturnus abwechselnd ein Vorstandsmitglied den Vorsitz führen.
«Politik muss eine Kernkompetenz sein»
Zum Dank für sein Engagement durfte Müller von seiner Vorstandskollegin Astrid Schneider ein Präsent entgegennehmen – sowie das Kompliment: «Mit dir kam Bewegung in den HGV. Dank dir wurde aus Reagieren Agieren.» Eine Veränderung, welche Müller dem damaligen Fehlen einer «Politperson» zuschreibt. «Politik muss eine Kernkompetenz eines Gewerbevereins sein. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass unsere Interessen im Kleinen wie Grossen Landrat vertreten sind», meinte er und deutete die Notwendigkeit an, hierzu künftig noch grössere Anstrengungen unternehmen zu müssen. Denn: «Die bürgerlichen Parteien befinden sich in Davos auf dem absteigenden Ast.»
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