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Mit einer Erweiterung und einem Umbau, für den knapp 10 Millionen Franken vorgesehen sind, soll das seit gut 30 Jahren das Physikalisch-Meteorologische Observatorium Davos und World Radiation Center (PMOD/WRC) beheimatende ehemalige Schulhaus über dem Dorf den wachsenden Bedürfnissen angepasst werden.
Barbara Gassler
Alleine in den letzten zehn Jahren hat sich die Mitarbeiterzahl des PMOD/WRC in etwa verdoppelt, und dementsprechend tritt man sich inzwischen gegenseitig auf die Füsse. Mit der jetzt vom Bundesamt für Bauten und Logistik BBL in Auftrag gegebenen Erweiterung und dem Umbau soll dem Abhilfe geschaffen werden. Grosser Wert wird dabei darauf gelegt, den ursprünglichen Charakter des Hauses nicht zu verändern, im Gegenteil, mit dem Ersatz des jetzigen Eternit- durch ein Blechdach wird sogar der ursprüngliche Zustand vor 1976 wieder hergestellt. Das einzige von aussen sichtbare Zugeständnis an den grösseren Platzbedarf wird dereinst die Aufstockung des auf der Nordseite in das Dach eingelassenen Zwerchhauses sein. Von dort ist neu der Zugang zu den Instrumenten für die Infrarot- und Ultraviolettmessungen auf dem Dachfirst, und die jetzt im Dachfirst einge lassene Luke wird wieder verschwinden. Von vorne sähe das historische Gebäude dann fast wieder so aus wie bei seiner Erbauung im Jahr 1910. Die grössten Veränderungen werden allerdings im Gebäu-deinneren vorgenommen. Der durch die Aufstockung entstehende Platz soll neben 10 neuen Arbeitsplätzen auch wieder Platz für eine kleine Bibliothek bieten. Ein Tagungsraum, der seinen Namen auch verdient, soll genügend Platz für die regelmässig zum Instrumentenvergleich aus der ganzen Welt anreisenden Besucher zur Verfügung stellen. Den Raumansprüchen zum Opfer fallen wird hingegen die Abwartswohnung. Sehr zum Bedauern des Institutsleiters Werner Schmutz: «Ein bewohntes Gebäude strahlt immer mehr Sicherheit aus.»
Labors in den Keller
Verbesserte Arbeitsabläufe verspricht man sich durch die Verlegung des jetzigen Reinraums in den Keller, wo ein neues Optiklabor entstehen und das bestehende Labor renoviert werden soll. Den Platz dazu will man durch die Aufhebung der jetzigen Heizöltanks und den Einbau einer Erdsondenheizung gewinnen. Überhaupt sucht man bei der gegenwärtigen Renovation auch die Energiebilanz des alten Schulhauses zu verbessern. Mit dem neuen Dach und der dazugehörigen Isolation kann schon einiges an Energie eingespart werden. Die neue Erdsondenheizung, gekoppelt mit Sonnenkollektoren, macht aus dem alten Gemäuer dann definitiv ein modernes Haus und senkt seinen Kohlendioxydausstoss auf null. «Eine Aussenisolation würde dem historischen Gesicht des Hauses definitiv nicht entsprechen», findet Schmutz und betont, dass sich der Energieverlust durch die dicken Steinmauern in vertretbarem Rahmen hält. «Einzig die Fenster machen uns noch Sorgen.» Solch umfassende Arbeiten können natürlich nicht im laufenden Betrieb vorgenommen werden. Einige Arbeitsplätze können mit Baubeginn im Frühjahr 2011 in Container auf dem Institutsgelände verlegt werden. Für weitere ist die definitive Lösung noch ungewiss.
Kostenträger Bund
Freuen mögen die Bauabsichten des Bundes auch die Gemeinde Davos als Besitzerin der Liegenschaft. Im Rahmen des bei der Gründung des WRC abgeschlossenen Vertrags stellt diese dem Institut die Liegenschaft zur Verfügung, der Grossteil der teuren Investitionen wird jedoch, wie auch jetzt, durch den Auftraggeber, den Bund, geleistet. So auch jene für die bereits im letzten Jahr bergseitig erstellte Nottreppe mit direkt zufahrbarem Lastenlift. Verbesserungen, die nicht nur dem WRC/PMOD, sondern dem gesamten Wirtschaftsstandort Davos zugute kommen.
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