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Am vergangenen Donnerstag trafen sich Vertreter der Davoser Hotellerie- und Gastronomiebetriebe zur ordentlichen Generalversammlung. Präsident Jürg Zürcher, Direktor der Sunstar Hotels Davos, verhehlte nicht, auf ein gutes Jahr zurückblicken zu dürfen – ein Jahr, in welchem die «wichtigen W» (Währung, Wirtschaft und Wetter) das Gastronomiegewerbe klar begünstigten.
Thomas Günter
An der sehr gut besuchten Versammlung in der ehemaligen Niederländischen Asthmaklinik, vermutlich demnächst Sitz eines neuen Wellness Resorts, wurden die Jahresrechnungen und Budgets des Hoteliervereins und von Gastro Davos genehmigt und den Verantwortlichen Décharge erteilt.
Gemeinsame Ziele
In seiner Präsidialansprache rief Zürcher zunächst wichtige Ziele von Hotel-Gastro Davos in Erinnerung. Als Erstes nannte er die Neuüberarbeitung der Preisgestaltung (Individual/Kongress/Pauschal) in Zusammenarbeit mit Davos Tourismus. In diesem Zusammenhang sei beispielsweise zu fragen, ob nicht im Winter ein Wochenendzuschlag zu verlangen und dafür ein Mid-WeekAngebot günstiger anzubieten sei – dies wenigstens in der Vor- und Nachsaison. Ferner stelle sich die Frage, ob die Preise in Zukunft inklusive oder exklusive der Kurtaxen ausgewiesen werden sollten. Diese und weitere Fragen seien bereits im Oktober an einer konstruktiven Sitzung diskutiert, dann aber infolge des erwarteten Direktionswechsels bei Davos Tourismus verschoben worden, so Zürcher weiter. Betreffend die Ausbaupläne für das Kongresszentrum, welche von Hotel-Gastro Davos aktiv unterstützt werden, sei nach einer Lösung gesucht worden, mit welcher der Verband ein deutliches Zeichen setzen könne: Mittels einer auf jede mit dem Kongresstourismus zusammenhängenden Übernachtung abzugebenden Taxe will Hotel-Gastro Davos CHF 500000 an die Erweiterung des Kongresszentrums beitragen.
Am 1. November 2008 soll die Äufnung dieses Fonds stattfinden. Der entsprechende symbolische Check ist Landammann Hans Peter Michel anlässlich der GV übergeben worden.
Gemeinsame Projekte
Als weiteren Schwerpunkt sieht Zürcher Projekte mit direktem Nutzen für die Davoser Hotellerie und Gas-tronomie: So wurde mit der Cablecom nach Lösungen gesucht, um individuell mehr Sender aufschalten zu können. Die neue Homepage von Hotel-Gastro Davos, welche unter anderem eine preiswerte Plattform für Personalrekrutierung per Internet anbietet, soll weiter ausgebaut werden. In diesem Zusammenhang sei es wichtig, so Zürcher, dass alle Hotels und Gastronomiebetriebe mitmachten. Weiter werden Möglichkeiten gesucht für gemeinsame Einkäufe, um Kosten zu senken.
Überraschung über Abstimmung
Überrascht zeigte sich Zürcher über die Volksabstimmung betreffend die Beschränkung des Zweitwohnungsbaus. Hotel-Gastro Davos habe nicht den Gegenvorschlag bekämpft, sondern nur die darin vorgesehenen Lenkungsabgaben für die Hotellerie, welche schlussendlich auch ersatzlos gestrichen wurden. Dennoch eröffneten sich nun neue Chancen, nach anderen kreativen Vorgehensweisen für die durchaus nötige Beschränkung des Zweitwohnungsbaus zu suchen. Lösungen zeige die vom Wirtschaftsforum Graubünden entworfene Studie: «Neue Wege in der Zweitwohnungspolitik» auf, die auch die Unterstützung von Davos Tourismus fänden. Beschränkungen seien nötig, denn die grosse Nachfrage nach Zweitwohnungen zeige, dass die Destination Davos attraktiv sei. Es sei klar, dass diese grosse Nachfrage Probleme mit sich bringe. Eine derart starke Bautätigkeit wie in den letzten Jahren könne und dürfe nicht Standard werden. Um als Destination langfristig attraktiv zu bleiben, müsse die Infrastruktur mitwachsen können und unter anderem das hohe Verkehrsaufkommen im Ortskern angegangen werden. Besondere Probleme sehen die Hoteliers im zunehmenden Tagesausflugsverkehr, wenn dereinst die Umfahrungen Küblis und Saas eröffnet werden. Davos brauche eine Flaniermeile.
Hotelsterben struktureller Natur
Davos habe, zeigte sich Zürcher überzeugt, mittlerweilen gleich mehrere überzeugende Hotelprojekte, welche zum Teil kurz vor der Umsetzung stünden. Dies zeige, dass die Destination Davos nach wie vor attraktiv sei und dass das viel beklagte Hotelsterben in erster Linie struktureller Natur sei. Es gehe jetzt darum, dass die politischen Instanzen die Projekte einzeln und individuell prüften, mit potenziellen Investoren einen aktiven Dialog führten und alles versuchten, rasch Lösungen zu erwirken.
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