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Der DDK sind in dieser Angelegenheit aber die Hände gebunden, aktiv werden müssten die Kliniken.
Andreas Frei
Kürzlich erreichte die «Davoser Zeitung» der Brief eines Lesers aus Karlsruhe. Seit 25 Jahren komme er regelmässig nach Davos, bis 2002 als Wintersportgast, seither aus gesundheitlichen Gründen als Patient einer Klinik, schreibt der Mann. «Da ich dieses Jahr wieder in der Klinik bin, habe ich natürlich die ganzen Angebote studiert, was ich alles unternehmen kann mit der Davoser Gästekarte.»
Altbekanntes Thema
Er habe dabei festgestellt, dass die Gäste von Davos im Sommer mit der Gästekarte gratis die Bergbahnen benutzen könnten, nicht aber die Patienten der Kliniken. «Wir zahlen ja weniger pro Tag für die Gästetaxe, aber ist das ein Grund, uns auszuschliessen? Ausgerechnet uns Patienten, die sich nicht anstrengen sollten! Auch die Klinik hat zum guten Ruf für Davos weltweit dazu beigetragen», ärgert sich der Autor des Briefes. Er habe auch schon den Vorschlag gemacht, den Fehlbetrag zur Gästetaxe zuzuzahlen, was aber abgelehnt worden sei.
Während eine Anfrage an die im Brief angesprochene Klinik unbeantwortet blieb, nimmt Markus Unterfinger, Medienverantwortlicher der Destinationsorganisation DDK Stellung zur Frage, ob man sich da vielleicht Kunden entgehen lässt: «Dieses Thema sorgt mit schöner Regelmässigkeit für Diskussionen. Es liegt aber nicht an uns, dass die Patienten der Kliniken keine Davos Klosters Inclusive Card (DKI) erhalten.» Klinikpatienten würden ganzjährig eine Gästetaxe von Fr. 1.70 statt der üblichen Fr. 4.60 im Sommer beziehungsweise Fr. 5.90 im Winter bezahlen. Für diese reduzierte Taxe erhalten sie nach Angaben der DDK alle Leistungen, von denen auch die Gäste profitieren können, mit Ausnahme der Gratis-Bergbahnen im Sommer.
Patienten weniger mobil
«Die Reduktion der Gästetaxe für die Patienten ist gewünscht, weil nicht alle Patienten von Beginn weg gleich mobil sind und an der touristischen Infrastruktur teilhaben können. Zahlreiche sind mehr oder weniger ans Bett gefesselt», betont Markus Unterfinger. Die Differenz zur vollen Taxe einfach bedarfsweise aufzuzahlen, funktioniere nicht, sagt er. «Bei DKI handelt es sich um ein umfassendes Gästeangebot der Destination mit entsprechend grossen finanziellen Entschädigungen an die Leistungsträger. Es rechnet sich keinesfalls mit dem Aufschlag eines einzelnen Tages, sondern braucht den vollen Tarif von allen Gästen. Ein Wunschkonzert kann es dabei nicht geben. Wenn jeder Gast in einem Hotel oder Ferienwohnung die Gästetaxe nach Tag und Bedürfnis wählen könnte, würde das ganze System nicht funktionieren.»
Das bedeutet, dass es zum Funktionieren des Systems auch eine volle finanzielle Beteiligung der Klinikpatienten über das ganze Jahr brauchen würde. Die DDK stehe dem nicht im Weg, hingegen würden die Kliniken dies ablehnen, wie Unterfinger sagt: «Das wäre für sie nicht tragbar, da viele Patienten das Angebot DKI nicht in vollem Umfang nutzen können oder wollen. Als DDK haben wir nichts dagegen, wenn Kliniken den vollen Tarif bezahlen möchten.»
Alternative existiert
Dieser Fall dürfte indes kaum eintreten – die finanziellen Verhältnisse im Gesundheitswesen sind hinlänglich bekannt. Und es scheint mehr als fraglich, ob Krankenkassen und staatliche Instanzen ein Interesse daran haben, Klinikpatienten die Benutzung der Bergbahnen gratis zu ermöglichen. Schliesslich sind es in aller Regel Versicherungen oder der Staat, welche die Klinikaufenthalte finanzieren. Auch nicht vergessen darf man, dass Fr. 1.70 immerhin zur Benutzung des öffentlichen Lokalverkehrs berechtigen. Wer in den Genuss der vollen Vergünstigungen kommen möchte, dem schlägt Unterfinger folgende Alternative vor: «Sich in einem Hotel oder in einer kommerziell vermieteten Ferienwohnung einquartieren und ambulant in der Klinik behandeln lassen. Das kommt immer wieder vor. Nur wird in diesem Fall der Aufenthalt meist nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt.»
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