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Dicke Luft wegen Green 18

06.01.2011 Archiv Davoser Zeitung

Dicke Luft wegen Green 18

Eigentlich wollte der Golf-Club Davos nur einen Beitrag aus dem Anlagefonds für die Sanierung des Green 18 erhalten. Die Sportkommission fand jedoch, ein stark gekürzter Betrag würde auch genügen.

Sie empfahl den Verantwortlichen, besser mit dem Langlauf-Club zusammenzuarbeiten. Das hörten diese nicht gern und ziehen nun ihren Antrag zurück.


Barbara Gassler

Die Ausgangslage schien eigentlich harmlos. Nach dem Bau des Werkhofs im 2008 und der Erweiterung des Golfplatzes im vergangenen Jahr beschloss der Golf-Club Davos (GCD), sich nun an die Erneuerung des Green 18 mit seinem feuchten Untergrund zu machen. Dazu beantragte man bei der Gemeinde Davos aus dem Anlagefonds eine finanzielle Unterstützung von 100 000 Franken an die auf 130 000 bis 160 000 Franken veranschlagten Sanierungskosten. Die den Antrag beratende Sportkommission (SK) befand denn auch, dass die vorgeschlagenen Investitionen durchaus im Interesse des Sommerferienorts Davos liegen würden. Weiter wurde anerkennend festgestellt, dass der GCD aus eigenen Mitteln in den Jahren 2001 bis 2009 4,7 Millionen in den Ausbau der Golfinfrastruktur eingesetzt habe.

Weniger als beantragt
Trotzdem befand man, dass eine Defizitgarantie über 30 000 Franken genüge, und die SK bereitete einen dementsprechenden Antrag zuhanden des Grossen Landrates vor. Auf die Anfrage der «Davoser Zeitung», was mit der Defizitgarantie gemeint sei, antwortete GCD-Präsident Patrik Wagner mit einem schlichten «Ich weiss es nicht». SK und Landammann Hans Peter Michel haben hingegen klarere Vorstellungen: «Eine Defizitgarantie soll einen Verein bei Überschreitungen vor dem finanziellen Ruin bewahren.» Das Geschäft hätte an der Sitzung des GL von kommender Woche behandelt werden sollen. So weit wird es nun nicht kommen, denn der GCD zieht seinen Antrag zurück. In seiner Begründung schreibt er: «Einmal mehr zeigt sich, dass hinsichtlich des Gemeindegeländes ‹Matta/Flugplatz› kei-ne Gleichbehandlung herrscht und von unrealistischen Erwartungshaltungen des Langlaufsports gegenüber dem Golf ausgegangen wird.» Auslöser zu diesem Vorwurf war wohl ein Passus in dem an den GL gerichteten Antrag:  «An die Führung des GCD sei zudem die Erwartung zu richten, dass sich die Zusammenarbeit mit dem Langlauf-Club Davos verbessere.»

Falsch verstanden
Dass die Bedürfnisse von Golf und Langlauf nicht immer deckungsgleich sind, ist Michel bewusst. «Wo Golfer mit Mäuerchen und Wäldchen die Freiflächen für die Langläufer einschränken, kann andererseits die Grasnarbe unter den Loipen leiden», beschreibt er die Gegensätze. Doch ihm ist wichtig, zu betonen, dass Golf und Langlauf gleichwertig  und keineswegs gegeneinander auszuspielen seien. Nicht ganz so empfinden das die Verantwortlichen des GolfClubs. «Der Golf-Club Davos als privater Verein… hat in den letzten neun Jahren über fünf Millionen Franken in seine Gebäude und Platzinfrastruktur investiert. Mit Ausnahme eines zinslosen Dar-
lehens für den Bau des Werkhofes… wurden diese Kosten von den Mitgliedern und aus der Klubkasse getragen», wird in der Begründung festgehalten. «Schade, dass der Aufruf, im Sinne der Sache zu handeln, so falsch verstanden wurde», bedauert wiederum Michel, der seinerseits den Rückzug des Antrages nicht verstehen kann. «Als Landammann würde ich 30 000 Franken sofort nehmen.» Die will der GCD aber nun nicht mehr und versichert, dass er seine Investitions- und Sanierungspolitik aus eigener Kraft fortsetzen und eine Golfanlage betreiben werde, die den Ansprüchen der Destination Davos Klosters vollumfäng

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