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Den Verkehr verlangsamen

22.03.2010 Archiv Davoser Zeitung

Unter dem schwerfälligen Namen «Verkehrsberuhigungskonzept» wird der Kleine Landrat (KL) anlässlich der Sitzung des Grossen Landrats (GL) vom kommenden Donnerstag die Pläne zu einer Verlangsamung des Davoser Binnenverkehrs vorlegen. Diese sollen zu mehr Sicherheit und Ruhe für die einheimische Bevölkerung führen.

 

Barbara Gassler

 

Ein erstes Verkehrsberuhigungskonzept stammt aus dem Jahre 1993 und führte zu den bereits bestehenden und genehmigten Tempo-30-Zonen im Siedlungsgebiet Dorf und Platz. Mit der Überarbeitung des damaligen Konzepts durch deren Autoren, das Ingenieurbüro Hartmann und Sauter aus Chur, wurde es den neuen Gegebenheiten und gemachten Erfahrungen angepasst. Zentraler Punkt dabei ist die fast flächendeckende Einführung von Tempo-30-Zonen in den Quartieren mit einer Kanalisierung des schnelleren Verkehrs auf einige Hauptachsen. Neu sollen gemäss dem nun vorliegenden Verkehrsberuhigungskonzept die noch verbleibenden Gebiete abseits der Hauptverkehrsachsen auf langsames Fahren beschränkt werden. Das würde dann auch die Wohnzonen in Frauenkirch, Glaris sowie Monstein betreffen. In Wiesen ist sogar vorgesehen, auf einem Stück der Hauptstrasse Tempo 30 vorzuschreiben. Bei der Signalisation der Zonen gab es einen Richtungswechsel. Waren bei deren ersten Einführung verlangsamende Massnahmen wie Blumentröge oder Bodenwellen noch gesetzlich vorgeschrieben, so sind dies heute nur noch Empfehlungen. Dies plant man auszunützen, erwiesen sich die Hindernisse beim Winterunterhalt doch als veritable Schikanen. Noch nicht eingeschlossen in diesen Massnahmen sind die vielen Davoser Privatstrassen. Die Eigentümer können sie jedoch mittels einer Vereinbarung mit der Gemeinde in die Zonen integrieren lassen. «Die Akzeptanz bei den Autofahrern ist gut, solange die Beschränkung nachvollziehbar ist», erklärt Landammann Hans Peter Michel auf die Durchsetzung dieser vielen Limiten angesprochen.

 

Brisante Vorschläge

 

Die Kosten für diese bis zum Jahr 2012 zu realisierenden Massnahmen sollen sich gemäss Konzept auf rund 100000 Franken belaufen. Darin inbegriffen wäre auch die Abklärung und Umsetzung des Gegenverkehrs für Velos auf Promenade und Talstrasse. Sind diese Massnahmen noch relativ einfach zu bewerkstelligen und werden kaum grösseren Widerstand auslösen, so liegt die Brisanz des neuen Verkehrsberuhigungskonzepts beim Vorschlag einer neuen übergeordneten Verkehrsführung und der damit verbundenen Schaffung einer Begegnungszone mit stark vermindertem Verkehr bei der Talstation der Parsennbahn und einer Fussgängerzone ohne Verkehr zwischen dem Hotel Panorama und dem Postplatz.

 

Begegnungs- und Flanierbereich

 

Konkret würde das bedeuten, dass die Talstrasse neu wieder im Gegenverkehr geführt würde und dazu stellenweise sogar ausgebaut werden müsste. Oberirdische Parkplätze würden aufgehoben und in das bereits bestehende «Silvretta» sowie in die noch zu beschliessenden und zu erstellenden Parkhäuser «Mitte» und «Dorfseeli» verlegt. Damit ist auch bereits klar, dass das vorliegende Konzept grösstenteils ein zahnloser Tiger ist. Denn all die darin vorgeschlagenen Massnahmen müssen erst noch im Detail bewilligt und finanziert werden. Was bedeutet, dass der politische Wille vorhanden sein und alle Partikularinteressen erst zugunsten eines gemeinsamen Ganzen befriedigt werden müssen. Ein Vorgeschmack dafür dürfte sein, dass für die von der Gemeinde Davos beim Kanton vor neun Monaten beantragte Flanierzone an der Promenade Platz noch immer keine Antwort vorliegt. «Mit jedem Tag, der vergeht, schwindet die Chance, dass sie noch in diesem Jahr realisiert werden kann», kommentiert Michel.


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